Sonntag, 12. Januar 2014

Geht bei Euch (Piraten) wirklich nur noch Schwarz oder Weiß?

Eine Fahne hängt sich nicht von selbst auf, die wird von einer Person aufgehängt. Eine Fahne ist das Sinnbild bzw. Symbol von irgendetwas. Einer politischen Vereinigung meinethalben. Und an diese Fahne, so wie im Fußball, werden Emotionen geknüpft. Alternativ können es auch Aussagen sein oder eben Richtungen - wie links oder rechts.

Unter Fahnen wurden schon blutigste Schlachten geführt, was eigentlich eindrucksvoll die Geschichte der Vergangenheit für jeden beweisen sollte, wie mächtig diese Symbole sein können. Oder woher kommt der Spruch: "Man muss Flagge zeigen?", wenn man sich definiert auf eine Seite stellen möchte, um damit eine konkrete Aussage zu treffen?

So wie eine rote Fahne z.B. das Symbol der Arbeiterklasse wurde, ist eben eine Schwarz/Rote Fahne die des Anarchosyndikalismus. Fahnen sind im Grunde nichts weiter als das Wappen, unter dem man "kämpft". Und Wappen verändern sich, werden weitergegeben, angepasst, verlieren ihre Bedeutung oder bekommen eine neue. Wappen sind nichts weiter als eine Linie, die den Lauf der Zeit dokumentiert. Fahnen und Wappen gleichermaßen beherbergen jedoch immer Emotionen, die mit ihnen einhergehen. Mal mehr, mal weniger. Und sie stehen als Sinnbild für Menschen, die unter ihr Platz nehmen und sich von ihr vertreten fühlen.

Wir reden daher an dieser Stelle über _EMOTIONEN_!

Weht eine Fahne über einer Veranstaltung - dann ist diese Fahne sinnbildlich ein Ausdruck dessen, welche Geisteshaltung dieser Versammlung innewohnt. Bei den Piraten ist das für gewöhnlich ein oranges Stück Stoff mit einem Segel darauf. Jeder, der des Sehens und Denkens mächtig ist, wird sofort erkennen - Aha - Piraten. Es bedarf keiner weiteren Erklärung.

Was war in Bochum nun der Fall? Es wehten außen am Balkon je links und rechts eine kleine Piratenflagge. In der Mitte prangte zum einen die Fahne der Anarchosyndikalisten, daneben die der Antifa. Ob nun gewollt oder nicht (das spielt hierbei auch keine Rolle), beide Fahnen sind immer dann im Video-Stream zu sehen gewesen, wenn jemand am Saalmikrofon stand und sprechen wollte. Weit und breit nichts anderes.

Das nenne ich schon mal per se feindliche Übernahme! Wer darüber noch nachdenken muss hat vermutlich den gesunden Menschenverstand an irgendeiner Garderobe hängen lassen!

Eine Versammlungsleitung entscheidet, ob die Fahnen da hängen dürfen?! Also ist _NUR_ und _AUSSCHLIESSLICH_ diese Versammlungsleitung ab sofort dazu berechtigt, diese Fahnen wieder abnehmen zu lassen. Sind die betreffenden Personen jedoch entweder voreingenommen oder schlichtweg überfordert, einen Fehler zu korrigieren, - Sorry - dann ist diese Versammlungsleitung NICHT MEHR TRAGBAR! Auch für die Zukunft nicht!

Jetzt kommt zu diesen Fahnen jedoch noch eine weitere Person ins Spiel. Jemand, der sich gern im Glanz seines Lichtes sonnt und eine Schar an Claqueuren um sich herum sammelt. Eine Person, Herr Höfinghoff, welche in der Vergangenheit schon öfter aufgefallen ist durch diverse kuriose Aussagen und Aktionen. Ich mag sie nicht heraus suchen, das kann die betreffende Person selbst. Jedoch fällt genau diese immer wieder damit auf, mit teils stalinistischen Mitteln, Meinungen mundtot zu machen. Ob das nun öffentliche oder versteckte Aufrufe sind, Personen zu blocken, damit diese ganz verschwinden, oder Drohanrufe bzw. Mails bei seinen vermeintlichen Gegnern, bis hin zu direkten, öffentlichen Diskreditierungen. Jemand, der, auch in Bochum, nicht in der Lage dazu ist, von Angesicht zu Angesicht zu diskutieren, sondern gleich in Abwehrstellung geht. Solche Personen diskreditieren sich selbst und sofort. Solche Menschen nehme ich per se nicht mehr ernst.

Wer meint, bei dem sensiblen Thema Rassismus, Nazismus, Rechtsradikalismus - einfach mal so einen GO-Antrag zu stellen auf eben jenes Abhängen der Fahnen, der scheint die Lage in Gänze vergessen zu haben.
 
Denn was ist bisher _IMMER_ passiert?

Es gibt einige wenige, meist sehr lautstarke Persönlichkeiten, die Meinungen schüren und Ängste erzeugen. Man hat das während dieser Diskussion um die Fahnen später mehrmals versucht. Allein die Frage, die ganz sicher dem GO-Antragsteller und der ganzen Versammlung gestellt worden wäre: "Bist du Antifaschist oder bist du es nicht? Überlege dir gut, was du sagst!" - Hätte der Versammlung das Gefühl gegeben (sinngemäß) vergewaltigt zu werden. Insbesondere dann, wenn kurzfristig Emotionen heraufbeschworen werden, kann man keine ehrliche Meinung mehr kundtun. Ich nenne das aktive Manipulation, wie sie auch auf dem Parteitag in Bochum (schon in Bremen) auch von der Versammlungsleitung mehrfach durchgezogen worden ist.

Letztendlich hätte man eine Grundsatzdiskussion am Hals gehabt und ganz sicher noch einen Antrag auf geheime Abstimmung. Dinge, die wir an diesem Wochenende ganz sicher nicht gebraucht hätten.

Es geht letzlich um eine Diskussion, in der eine Fahne zwar den Hauptton anzugeben scheint, jedoch handelt es sich um einen ganz massiven Richtungsstreit innerhalb dieser Partei und Personen, an die diese Fahne geknüpft ist. Und dieser Richtungsstreit ist mehr denn je - notwendig!

Es fing in Bremen an, mit Fahnen an den Tischen, worüber es schon zum Streit kam. In Bochum wurden die Fahnen dann kurzerhand so gut gesetzt, dass sie garantiert nicht mehr zu übersehen waren. Was kommt als nächstes? Schwarzer Block der Antifa, der die BPT-Sicherheit managt? Aufrufe zu Demos mit Krawallen in jeder x-beliebigen Stadt in Deutschland? Piraten wollen Anarchie? Piraten lassen alles links liegen und wollen direkt in den Anarchosyndikalismus?

Wer die Hoheit über ein Schiff oder ein Gebiet hat, dessen Flaggen werden da aufgestellt. Der Piratenparteitag war demnach gekapert - man möge diese nautische Metapher verzeihen. Es war nicht mehr nur eine kleine Enklave, mit einer Fahne am Tisch, so wie in Bremen. Es war ganz klar eine feindliche Übernahme einer ganzen Versammlung.

Wer das anders sieht, der hat weder verstanden, dass wir eine Demokratie haben und demzufolge vorleben wollen/müssen, noch hat diese Person verstanden, dass viele mit den Idioten innerhalb der Antifa nichts, aber auch gar nichts zu tun haben wollen. Gewalt ist keine Lösung, für die diese Strömung (Antifa) im Moment noch in der Piratenpartei handelt. Es ist an der Zeit diesen Richtungskampf zu einem Ende zu führen. 

Wir Piraten brauchen niemanden, der versucht, uns undemokratisch in irgendeine Ecke zu stellen. Auch nicht in die linke.

Lasst Euch nicht einreden, wer gegen Nazis und demnach ein Antifaschist ist, ist auch gleichzeitig Teil der Antifa! Das möchte ein kleiner Kreis gerne, jedoch ist dem so nicht!

Ich meine - Antifa - bleib da wo du hin gehörst: draußen! Du bist nicht Teil der Piratenpartei, auch wenn du ein Teil einiger MItglieder bist.

Ich fordere daher unseren Bundesvorstand auf, zu dieser Thematik eine eindeutige und unmißverständliche Stellung zu beziehen. Es kann nicht sein, dass einige wenige eine ganze Partei versuchen unter ihre Kontrolle zu bekommen. Ich fordere daher eine eindeutige Regelung für alle zukünftigen Parteitage!


Zitat [1]
Resumée:

Wenn die gewaltbereiten Antifa-Aktivisten bei den Piraten nicht deutlich in ihre 
Schranken gewiesen werden -- und zwar auch höchst offiziell und aktiv durch 
Vorstandsschaften und Parteitag --, und wenn sich die Piratenpartei nicht deutlich
zu liberalen Standpunkten bekennt, dann ist das Ende der Piraten abzusehen. 
Die Piratenpartei ist dann nicht mehr als nur eine weitere Partei im linken 
Spektrum -- ohne jegliche weitere Bedeutung. Danke Antifa!

Euer @HuWutze



Filterbubble von Oliver Höfinghoff zum Fahnengate: 
@Drachenrose @BjSemrau Bisher sind es ca. 20-30 menschen, die sich über Antifa-Fahne aufregen. Rest scheints gefallen zu haben.
11:35 AM - 10 Jan 14


Sammlung Stimmen zum #Fahnengate: 

Neutral: 

Dagegen:
[1] Analyse (Happy): http://pastebin.com/FWBXC6Qe
Sebastian Nerz ‏@tirsales Weil ich anarchistische Flagge am BPT kritisiere werde ich per privater Mail als Nazi beschimpft... Nicht neu, aber immer wieder lästig.
Emmanuelle ‏@deuxcvsix9 Jan
Meine letzte Begegnung mit der Antifa war eine Demo gegen Nazis, auf der ich als “Bonzensau“ beschimpft wurde, weil ich im Anzug da war.
Michael Barck (Ex Pressesprecher LV NRW, KV Köln): Babyschaf ‏@babyschaefchen 5 Jan Die #piraten werden sich spalten müssen, um wieder auf die Beine zu kommen. Zu viel Unvereinbares steckt unter einem Dach. #bpt141


Dafür: 

Fazit: Kein Thema hat je zu so vielen Blogbeiträgen in so kurzer Zeit geführt, kein Thema hat die Piraten je so verärgert wie das Fahnengate.

Kommentare:

  1. Endlich jemand der den Mut hat Dinge beim Namen zu nennen!

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  2. Hallo @HuWutze

    Du hast den richtigen Vergleich gefunden. Denn keiner würde die Flaggen des Gegnerischen Fußballvereins innerhalb der eigenen Kurve erlauben oder gar tolerieren.

    Ich würde wieder Piraten wählen, wenn sich die vernünftigen Leute in einer neuen Piratenpartei organisieren würden. "Links Volksverräter" werden auch von mir nicht toleriert. Diese gehören mit allen Mitteln bekämpft und aus eurer Partei ausgeschlossen!

    Leider anonym, da ich öffentlich dazu nicht Stellung nehmen darf. Wir kennen uns aber :-)

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    1. Weichei. Und "Links-Volksverräter" ist braunes Propaganda-Gequatsche. Wähl uns lieber nicht, denn du gehörst genau zu der Sorte von Toleranzbefreiten, die du zu bekämpfen glaubst.

      Schwarzbart
      (der den Platz gelassen hat, an dem am Ende diese Flaggen hingen - weil einfach nicht mehr Piratenfahnen da waren. Das allerdings ist peinlich.)

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    2. Der "Linke Volksverräter" - so nennt sich ein Höfinghoff selbst. Wenn das jetzt schon braune Propaganda ist, na dann Hallo die Waldfee.

      Und Toleranz-befreit? #omg

      Und wo waren nicht mehr Fahnen da? Was quatschst Du eigentlich für eine Scheiße?! Denkst du auch mal nach, bevor du schreibst?

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  3. Hm, da scheint meine Antwort von gerade wohl verschluckt worden sein. Also noch ein Versuch.

    Also mein Problem bei der ganzen Diskussion und m.E. leider auch bei diesem Blogpost - so richtig er an vielen Stellen auch ist - liegt darin, dass ich die ganze Diskussion und Problematik, die sich um die Flaggen beim Bochumer Parteitag entwickelt hat, für viel zu tiefgreifend halte, um sie noch mit dem Begriff Fahnengate zu umschreiben.

    Die Fahnen waren der Auslöser, aber mittlerweile geht es doch um nichts anderes mehr, als um die Frage, wird bzw. ist die Piratenpartei eine radikale Vereinigung jenseits der Grundgesetzes oder steht sie nach wie vor auf dem Boden desselbigen.

    Die Diskussion zeigt doch, dass viele Menschen und insb. auch viele Piraten (von Mehrheit will ich da aber bewusst nicht mehr sprechen) mit den in Rede stehenden Flaggen auch die Legitimierung von Gewalt in der politischen Meinungsbildung befürwortet sehen.

    Das große Problem beginnt m.E. jetzt damit, dass es nun seit über einer Woche niemanden in verantwortungsvoller Position innerhalb der PP gibt, der sich in dieser Position hinstellt und klar Position wider der Gewalt bezieht. Eigentlich ist das Problem sogar noch viel fundamentaler: Zufällig war in Bochum ja sogar das höchste Gremium der PP nämlich die Basis anwesend - und während früher, wenn solche Naivlinge, wie C.Schulz auf die Bühne traten, um das Wort für ein paar Minuten ans Auditorium zu richten, sich spontan die gesamte Halle leerte, aus Protest, hat es in Bochum über mehrere Tage hinweg nicht den Ansatz einer solchen Reaktion gegeben. Das kann doch nichts anderes bedeuten, als dass die Basis zumindest ein gespaltenes Verhältnis zu Gewalt hat.

    Insofern finde ich es auch fast euphemistisch, wenn die gemäßigteren Piraten im Moment von einem Linksruck sprechen, der sie den Kopf schütteln lässt. Es geht hier gar nicht um rechts oder links. es geht hier schlicht darum, will die PP die Verhältnisse im Rahmen der bestehenden Gesellschaftsordnung verändern oder will die PP außerhalb der Grundfeste dieser Ordnung eine neue Gesellschaft schaffen.

    Und das ist m.E. eine Diskussion, die nicht aufgelöst werden kann, sondern die notwendig zur Auflösung bzw. Aufspaltung der PP führen muss. Wobei die Tendenz offensichtlich so ist, dass die gemäßigten Piraten aus der Partei austreten und sich danach auch nicht mehr organisiert am Politikbetrieb beteiligen, während der Rest der PP sich radikalisiert...

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    1. Viel schlimmer noch! Man erwartet als einziges von einem Vorstand, dass diese sich "bekennen". 99% der anderen halten lieber die Schnauze und lassen andere für sich entscheiden.

      Nur ja keine Aussage oder Position beziehen. Nicht meine Baustelle!

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    2. ...naja, wenn man sieht, wie da immer noch Freunde von den ursprünglichen Ideen der PP fasziniert sind, sich dafür aufopfern und gar nicht erkennen, in was für ein Fahrwasser sie da geraten sind - das ist schon traurig bzw. sogar beängstigend. Aber wie sagte mal ein überzeugter und sehr aktiver Pirat zu mir: Das mit unserer Partei, das ist wie mit einer Sekte...wenn man da erstmal dran glaubt, vergisst man alles um sich rum. Scheint tatsächlich so zu sein - wobei er es toll fand und ich sofort ein größeres Unwohlsein verspürt habe...

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  4. Oberkommando der Antifa™12. Januar 2014 um 23:58

    Wenn dir die Übernahme der Piraten durch die Antifa™ nicht passt, dann geh doch nach drüben. Kannst es auch lassen. Wir haben deinen Verein eh schon übernommen und den aktuellen Vorstand im Bund in der Tasche. In vielen Ländern. Unsere U-Boote sitzen an allen wichtigen Schaltstellen der Partei.

    Voll die Verschwörung, wa?

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