Mittwoch, 26. Mai 2021

Wen wundert‘s? (AfD in Sachsen)

Mich!


(Wichtig für den nachfolgenden Text: Es gibt einen Unterschied zwischen Linken und Linken. Erklärung am Ende.)

Die AfD könnte derzeit stärkste Kraft im nächsten Sächsischen Landtag werden. Euch wundert das? Mich auch. Aber auch nicht so richtig. Eine Analyse.
(Update) - Das ist ein Artikel der sich gegen diese AfD richtet. Solltest Du ein Anhänger dieser blau/braunen Sippe sein, dann geh da hin wo die Sonne nicht scheint. Für AfDler gibt es hier nichts zu lesen.
Alles klar so weit? Dann weiter im Text. ;o)

Beginnen wir mit den „Westimporten“, die sich auf den Sesseln der Legislativen, Judikativen und Exekutiven Macht breit machen durften. Durch die Bank weg alles gestandene Leute, mit einer einschlägig rechten Einstellung. Rechte Einstellung deswegen, da im Westen alles, was nur den Anschein von „linker Gesinnung“ hatte, nicht nur verpönt war, sondern regelrecht verboten wurde. (Stichwort: Berufsverbote, die nur Linke betraf)

Die CDU gewann im übrigen die Wahl 1990 im Osten deswegen so deutlich, weil sie mit Nazis einen gemeinsamen Pakt geschlossen hat! Etwas, das im Westen bis heute sehr gern verdrängt wird! Man nannte es „Allianz für Deutschland!“
Aber hee, nur die Linken müssen sich distanzieren von ihrer Historie!

Zupass kam diesen sogenannten Juristen nun die Grundeinstellung der Menschen im Osten, die am Anfang jedwede sozialistisch/kommunistisch geprägte Ideologie, zusätzlich geschürt durch die Wendewirren 1989/90, von vornherein ablehnten. „Nie wieder“ hieß es damals.

Dieses „nie wieder“ bedeutete aber auch, Verlust von Arbeitsplätzen, gesellschaftlichem Ansehen usw. In vielen Fällen sogar der Verlust des eigenen Hauses - ohne Entschädigung! In einer Gesellschaft, die damals durch gesellschaftlichen Zusammenhalt geprägt war, war solcher Verlust, auch wenn es „nur“ den Nachbarn traf, ebenso ein persönlicher Verlust. Die Sozialisation in der DDR war nun mal eine komplett andere. Wer das nicht begreift, der sollte künftig seine journalistische Schreibarbeit einstellen und etwas lernen gehen!

Die Westimporte hatten ein leichtes Spiel! Schon von der Ausbildung her waren sie systematisch auf dem rechten Auge blind. Wen wundert es? Das Kapitel Nazizeit fand doch im Westen ebenso wenig statt wie im Osten! Eigentlich schlimmer noch, Nazigrößen mit Einfluss wurden doch in die höchsten Stellen der westlichen Machtapparate gebracht. Bis hin zur CIA! Der gesamte Machtapparat wurde systematisch mit rechten Gedanken infiziert! Und solchen Leuten, sowie deren geistigen Abkömmlingen, haben Kohl und Co. den Weg in den Osten geebnet!

Alles Einzelfälle!

Genau! Jeder Fall, der einen rechten Hintergrund besaß, wurde als Einzelfall behandelt. Bis heute im übrigen! Denn sogar ein Seehofer findet keinen strukturellen rechten Hintergrund bei der Polizei, es sind alles nur Einzelfälle! Auch ein Kurt Biedenkopf sieht da immer nur Einzelfälle! Bis heute!

Da die Strafverfolgungsbehörden, Polizei, Landeschef, Inlandsgeheimdienste usw. alle von Westimporten gestellt wurden, hat man die rechte Ideologie regelrecht dahin exportiert! Die Strukturen sind doch bis heute in den Gerichten zu spüren! Rechte lässt man laufen, Linke werden gestoppt. Zudem hatte man leichtes Spiel, denn viel wichtiger als „Nazis stoppen“ ist und war „ich brauche keine Belehrungen!“. Etwas, das die Masse der Betroffenen in den Jahren der Wende viel zu oft heimgesucht hat. Belehrungen! Werdet Ihr gern belehrt? Und genau hier setzt dann das „Gefühlschaos“ ein. Mit rationalem Denken hat das, was da in Sachsen passiert, schon lange nichts mehr zu tun. Die Leute da denken, wie im Westen, zuerst einmal an sich selbst. Persönlicher Wohlstand und Freiheit stehen im Westen an erster Stelle. Im Osten soll das anders sein? Brandanschläge gab es eben nicht nur in Rostock, die gab es ebenso in Solingen. Auch, wenn mancher Wessi Solingen gern im Osten ansiedeln würde. Denn das „strukturelle“ Problem, welches hier dann plötzlich doch erkannt wird, gilt ja nur im Osten. Das im Westen sind dann wiederum alles nur „Einzelfälle“! Ihr merkt es auch? Da alles „Einzelfälle“ sind, bleiben es auch nur Einzelfälle. Ein Einzelfall ist nämlich nicht so schlimm. Und so können ein Höcke und Co. in der AfD tun und lassen was sie wollen. Da alles nur Einzelfälle sind, kann die gesamte Partei ja gar nicht so schlimm sein!

E.I.N.Z.E.L.F.Ä.L.L.E!!!

Ich kann es gar nicht oft genug betonen! Wer von Einzelfällen spricht, verharmlost ein Problem. Viel zu oft ein systemisches Problem, weil man viel lieber nicht genau hinsehen möchte. Wir haben 2021 und immer noch haben wir EINZELFÄLLE! Hübsch, nicht wahr?

Opfermythen

Das Schöne an der Sache, die AfD kann sich in einem riesigen Teich als Opfer suhlen. Ein Phänomen, welches diese sogenannte „progressive Linke“ perfektioniert hat. Den Opfermythos! Denn, jeder der von Rechten angegriffen, belästigt wird, braucht sofortige Solidarität. Wer das nicht versteht, bzw. nicht mitmacht, ist der Gegenseite zuzuordnen. Also sozusagen ein Rechter. Diese linke binäre Logik führt am Ende dazu, dass eine AfD das System 1 zu 1 kopieren konnte. Denn sie ist ja nun das Opfer, welches keinen Saal findet, um sich zu treffen, deren Parteitagslisten mit all den Namen, Mailadressen und Telefonnummern veröffentlicht wurden, welche systematisch an den Pranger gestellt werden. Ja, sogar diese sogenannten „Weihnachtsdemos“, welche die Rechten gern genutzt haben, um vor Wohnungen der Linken zu demonstrieren, haben diese linken Gruppen übernommen. Die AfD ist jetzt das Opfer. Und Opfer gehören geschützt. So weit es ist inzwischen nämlich gekommen, da alles andere ja allenfalls nur Einzelfälle waren. Und wo wir gerade dabei sind: Diese Einzelfälle gibt es ja auch in der SPD, bei den Grünen, in der CDU und ja sogar bei der FDP. In jeder Partei sitzt eine Art Höcke, der mehr oder weniger Dinge tun kann.

Was also ist anders?

Genau genommen? Nichts!

Die Gängelei hört nicht auf. Einstmals linke Projekte wurden systematisch zerstört. Besser noch, sie wurden auf dem Präsentierteller den rechten Strukturen zum Fraß vorgeworfen. Diese hirnlose Linke hat es tatsächlich geschafft, die Ostermärsche und deren Symbolik (Friedenstaube) als rechtes Gedankengut zu klassifizieren! (Daten-)Kraken zeigen, als Symbol auf den Demos gegen die Massenüberwachung, ist automatisch antisemitisch. Menschen, die sich gegen Einwanderung auflehnten, was nur das Fass zum Überlaufen brachte, sind plötzlich rechts! Dabei wurde das Fass nur gefüllt mit den absurden Einschränkungen und Lügen, die das System mit sich brachte. „Blühende Landschaften!“, sage ich nur und das Versprechen, alles würde nun besser. Dass die Lebensleistung eines „Ossis“ immer noch nichts wert ist, das spüre ich immer noch viel zu deutlich. Ich lebe seit nunmehr 25 Jahren zwangsweise im Westen. Oder das Beste, die Feier der verwirrten Linken, Bomben auf Dresden zu werfen. Montagsdemos, eine riesige Symbolik aus der Wendezeit, hat die verwirrte Linke mal eben als rechts eingeordnet, weil sie zu faul waren, mit Argumenten zu hantieren. Noch Fragen?


Es sind in den vergangenen Jahren systematische Fehler gemacht worden. Die Justiz ist auf dem rechten Auge blind. Das gilt für viele Parteien aus dem konservativen Spektrum. Eine FDP und CDU macht einen AfDler zum Ministerpräsidenten. (Sorry, hier ist mir leider ein Fehler unterlaufen) Ein FDPler wird mit Hilfe der AfD und der CDU zum Ministerpräsidenten gewählt. Gewählt ist gewählt, lautet es eigentlich. Ahh, es wurde falsch gewählt. Na, das hätte man doch gleich sagen können.

So lange eine Demokratie solche Ausreißer mit sich bringt, Anträge, obwohl sinnvoll, abgelehnt werden, weil sie „von der falschen Seite gestellt werden“, so lange ist das meiner Meinung nach keine Demokratie. Und das sehen die meisten aus dem Osten vermutlich ähnlich.

Nicht missverstehen bitte! Einen AfDler als Ministerpräsidenten halte ich für gefährlich!


Diese AfD haben die Parteien, das gesamte System aus Behörden und Strukturen zu verantworten. Diese AfD haben Legislative, Judikative und Exekutive zu verantworten. Bis hin zur extremistischen Linken, die alles und jeden als rechts bezeichnen, der nicht zu 100% ihrer Meinung ist. Diese AfD wurde systematisch gefördert. Nicht zuletzt von der sogenannten 4. Macht im Land, der Presse!

Bestes Beispiel, Landtag NRW. Man wollte keine neue und zudem unbekannte Kraft in dem System „Demokratie“, die AfD ist denen lieber. Damit versteht man umzugehen, weil das kennt man. Das Unbekannte ist den Parteien ein Graus, aus bekannten Gründen, man müsste sich ja verändern.

Es gibt so viel mehr, welches im Osten bis heute zu absolutem Unverständnis führt. Die im Westen favorisierten „juristischen Schachzüge“, an denen sich die „Wessis“ ja nach wie vor ergötzen, ist nichts weiter als eine erlernte Lebenslüge ohne jeden Wert. Den Leuten im Osten ist das egal. Handfesten Aussagen sollten handfeste Taten folgen. Entscheidungen in Gutsherrenart, wie zum Beispiel die versagte Wahl für alle Bundesbürger über eine neue Verfassung, sind im Osten wesentlich tiefer hängen geblieben als im Westen. Die Lebenslüge lässt grüßen! Im Westen ist man es scheinbar gewohnt, offen alle paar Jahre erneut belogen zu werden. In diesem Jahr findet ja erneut eine Lügenparty statt. Man nennt sie nur anders, es heißt „Bundestagswahl“. Der Westen lässt sich eben gern einlullen, im Osten werden Fakten gemacht. Und da es alles nur Einzelfälle sind, kann es ja gar nicht so schlimm sein, wenn eine AfD stärkste Kraft wird, oder? Ich meine, Spendenskandale in der CDU werden ausgesessen. Korruption in CDU/CSU werden per Selbst-Akklamation beendet. Überwachung findet nicht statt und sowieso sind nur die Linken die Feinde der Demokratie! Klar, sie würden diesen Selbstbedienungsladen ja gern beenden.

Begriffserklärung zum Unterschied "Linke"
Selbsternannte Linke, welche sich oft als progressiv bezeichnen, aber nicht ohne Gewalt auskommen (wollen) Linke, die das Recht auf Leben und Freiheit zu schätzen wissen, welches ein Kapitalismus niemals erzeugen kann

Dienstag, 16. Februar 2021

Bedingungsloses Grundeinkommen?

Ein Text für all jene, die ein Bedingungsloses Grundeinkommen (BGE) "durchrechnen" wollen


Du begehst einen großen Fehler, so wie alle, die ein BGE „durchrechnen“ wollen. Es lässt sich nicht „durchrechnen“, schon gar nicht vorhersagen. Du machst nämlich den gleichen Fehler wie all jene, die mit Hilfe von „PISA“ die Leistungsfähigkeit von Schülern statistisch nachweisen und vergleichen wollen. Das geht schlicht nicht, auch wenn man uns das immer wieder weiß machen möchte.

Die Begründung ist recht einfach: Es ist diese Individualität, die einen Vergleich nicht zulässt. Der/Die eine lernt Dinge früher, andere später. Man kann höchstens Annahmen machen, dass Dinge so seien wie sie sich momentan darstellen. Es ist aber immer nur eine Momentaufnahme, niemals etwas, welches eine Realität darstellt.

Das Problem ist nämlich nicht die Finanzierung, das Problem ist schlicht und einfach: Keiner kann sagen was Menschen mit der neu gewonnenen Freiheit anfangen würden? (Im übrigen würde ich hier das erste mal, einzig und allein mal den „Freiheitsbegriff“ nutzen, der andernorts immer wieder missbräuchlich verwendet wird)

Es braucht nämlich _NEUE_ Begriffe und Definitionen in der Wirtschaft, die in irgend einer Weise, um wirklich Zukunftsfähig zu werden, dargestellt werden müssen. So in etwa wäre die „Ware“: „Freiheit sich so zu entwickeln wie man das möchte“, mal eine neue und zu definierende Größenordnung. Keiner fragt nämlich danach, wie sehr sich die Leistungsfähigkeit jedes einzelnen verändern würde, wenn man nicht unter unkontrollierbaren Bedingungen leben/arbeiten müsste. Unkontrollierbar bedeutet hier insbesondere, dass Arbeitnehmer ihre eigene Situation am Arbeitsplatz nämlich nicht selbst steuern/regeln können (Stichwort Gewerkschaften), auch wenn das so immer wieder kolportiert wird. Es stimmt nämlich nicht.

Auch wäre eine Neuordnung des Begriffs „Lohn“ mal eine Idee. Was ist denn „der Lohn“? Schlicht und einfach eine Art „Schmerzensgeld“ für die geleistete Arbeit. Das Schmerzensgeld kann niedriger sein, so die Arbeit einen Sinn ergibt. Das Schmerzensgeld muss höher sein, wenn verlangt wird den Kopf nicht benutzen zu dürfen, um stupide Arbeiten zu erledigen. Auch braucht es keine bzw. kaum noch Leute, die in Abwässergräben schuften müssten oder bei der Müllabfuhr. Das können in den meisten Fällen autonome Geräte erledigen. Den Dachdecker hingegen wird es noch lange Zeit brauchen. Zahlt denen ein vernünftiges Schmerzensgeld und schon dürfte der Überschuss an Bewerbern signifikant werden.

Ein weiteres „Problem“ ist das seit vielen Jahren genutzte Framing, welches viel zu gern dann angewendet wird, um Betrug zu legitimieren. So lange nämlich von Steuervermeidung statt von Steuerbetrug gesprochen wird, wird sich nämlich nichts verändern.

Der„Rechnung“ fehlt noch folgendes


Wirtschaft als auch Politik wollen doch allen erklären, wie sinnvoll es doch sei, seine Rente mit Aktien aufzubessern. Geld aus dem Nichts erschaffen, sozusagen. Ein Spiel dass genauso wenig „berechenbar“ ist, wie man ja nun hinlänglich erkannt haben sollte. (bis auf die wenigen Hinterwäldler die nichts dazu lernen wollen, um an Börsen und Banken weiterhin Geld verzocken zu können) Wo ist denn hier diese von den BGE Skeptikern immer geforderte „Berechenbarkeit“? Gibt es diese überhaupt, wenn ich mit meiner Rente am Aktienmarkt zocken soll? Was mir ja immer und immer wieder empfohlen wird (Riestern). Denn nichts anderes sind ja die „Anlagen“ der eigenen Rente. Es ist ein staatlich protegiertes Gewinnspiel, welches nur einer kleinen Pseudoelite einen Gewinn erbringt. Einen Wirtschaftlichen Nutzen erzielt man dadurch nicht. Denn am Ende gibt es ja wieder „Steuersparmodelle“, welches für diese Dauerbetrüger als Erklärung am Ende herhalten muss, um keine oder nur wenige Steuern zahlen zu müssen.

Ein BGE allein wird keines unserer Probleme lösen. Hierzu ist die Masse der Gesellschaft schlicht nicht bereit, da sie den wahren Sinn, der dahinter steckt, nicht begreifen kann. Dazu braucht es nämlich auch Menschen, die dieses BGE mit Leben erfüllen wollen. Nur leider reicht die bisherige Bildung dazu nicht aus. Denn es braucht keine Bildung im herkömmlichen Sinne, es braucht eine neue Art von Sozialkompetenz, welche sich durch alle derzeitigen Schichten der Gesellschaft ziehen muss. So lange „Geiz ist Geil“ einer der Motoren ist, der diese Gesellschaft antreibt, so lange wird sich nichts verändern. Deswegen braucht es neue Formen von Wirtschaftspolitik, die sich am Ende nicht mehr in Statistischen Auswertungen weniger Tage messen lassen sondern in Generationen. Veränderungen innerhalb einer Gesellschaft, die am Ende in einer Akzeptanz enden, dauern leider so lange, denn Menschen sind nun mal keine Roboter.

Dienstag, 7. April 2020

Universitäten als bloße Wissensdruckmaschinen

Deutsche Universitäten sind zu reinen Wissensdruckmaschinen mutiert, die ohne jeden Weitblick so weiter machen wie immer.

Ich nehme Bezug auf die Aussagen der Ruhruni Bochum auf Twitter zu dieser Aussage von mir, da die Uni eine Zoom-Lizenz erworben hat, um Videokonferenzen durchzuführen. Den Aussagen des Social-Media-Teams zufolge, gab es offenbar sogar eine Abstimmung zwischen weiteren Universitäten sowie einen Test verschiedener Alternativen.



Ein kleiner Exkurs in die jüngere Geschichte der Bundesrepublik Deutschland und Europas.


Seit vielen Jahren höre ich das Stöhnen der Regierungen und vieler Organisationen, dass wir alle viel zu abhängig von den USA und inzwischen schon von China seien, weil die zentralen Entwicklungen, die IT betreffend, nur dort gemacht würden. Im Grunde ist das auch zutreffend, da alle maßgeblichen Entwicklungen aus dem Silicon Valley kommen - und es hat den Anschein, dass nichts diesen Weg durchbrechen könnte.

Insbesondere die Bundesrepublik Deutschland hat 1990/91 einen fatalen, weil wegweisenden Schritt gemacht, der die Abhängigkeiten zu den USA auf lange Sicht hin zementiert hat. Man gab die Elektronikproduktion aus dem damaligen „Silicon Valley“ der DDR auf. Der damaligen Regierung kann man mit Fug und Recht unterstellen, keinerlei Verständnis für zukünftige Technologien besessen zu haben. Infinion oder AMD haben sich nicht umsonst genau dort angesiedelt. Die Unfähigkeit der damaligen Regierung rächt sich bis heute in mehrfacher Hinsicht.

Die Technologische Entwicklung Deutschlands, als auch Europas, wurde damit sprichwörtlich an amerikanische Universitäten und Firmen outgesourct. Bis heute schaut man lieber über den großen Teich, weil man es schlicht nicht wagt, eigene Technologien zu entwickeln. Alles fällt immer wieder den restriktiven Beschränkungen einiger weniger zum Opfer, die unisono der Meinung sind, dass etwas neu zu entwickeln viel mehr Geld kosten würde, statt etwas Bestehendes einfach zu kaufen. Das Thema „Nachhaltigkeit“ kommt da schlicht nicht vor.

Natürlich mag der Einkauf eines Produktes für kurzfristige Maßnahmen durchaus der bessere Weg sein; wo jedoch bleibt der Blick auf langfristig gesetzte Ziele? Insbesondere die Universitäten sollten doch eigentlich dazu angehalten sein, sich zu entwickeln, statt auf Althergebrachtes zu setzen. Innovation wird doch eher behindert, wenn man stetig nur den Blick in eine einzige Richtung wagt. Inzwischen ist es ja sogar schon so weit, dass wir uns an China orientieren könnten, die mit ihrer Forschung und Entwicklung inzwischen um Längen weiter sind als Europa! Das macht mich nachdenklich und lässt mich fragen, wie es nur dazu kommen konnte?

Nach etwas Theorie nun Praxis


So weit zum „theoretischen“ Teil. Warum verbünden sich die Universitäten nicht und setzen auf freie Software? Beispielsweise Jitsi mag im Moment nicht den Anforderungen der Uni genügen. Wo aber sind die Anforderungen dokumentiert? Würden aber Gelder, die jetzt an eine US-Firma gehen, dahin umgeleitet, wären binnen kürzerer Zeit bessere Entwicklungen aus diesem Projekt möglich. Hinzu kommt, dass es in den meisten Fällen Informatik-Studenten an den Unis gibt, die so am lebenden und praktischen Beispiel lernen können. An den Unis existiert doch sowieso viel zu viel Theorie, warum also nicht das eigene System für etwas Produktives nutzen?

Und noch etwas fällt mir auf: Die Entscheidung für Zoom ist viel zu früh gefallen. Die Begründung mag jetzt sicherlich verwirren, aber es wurde ja noch nicht einmal ein Konzept erarbeitet wie ihr Vorlesungen etc. tatsächlich „dezentral“ organisieren könnt. Ich wette darauf, dass viele der Lehrenden der Meinung sind, die Präsenzlehre eins zu eins in das Internet übertragen zu können. Im Auditorium sitzen die Studierenden und der Dozent hat alle im Bild auf seinem Computer. Nur wird das so nicht funktionieren. Das kann ich ohne weitere Informationen versprechen. Das Resultat wird nämlich am Ende so aussehen, dass es wieder lauten wird: „Das mit dem Internet funktioniert nicht, deswegen gehen wir wieder viele Schritte zurück und machen es so wie immer!“, denn „so wie immer“ hat ja im Internet nicht geklappt. Ja, aber wie auch? Gedanken über neue Lehrformen hat man sich ja, wenn überhaupt, nur rudimentär gemacht.

Die Entscheidung für Zoom ist hierfür symptomatisch. Es gibt weder einen Plan noch eine Idee, wie man langfristig unser aller digitale Abhängigkeit von Wenigen aufbrechen könnte, noch wird die jetzt von der Ruhr-Universität gefundene Lösung am Ende so zufriedenstellend sein, als dass sich wirklich etwas zum Positiven und Nachhaltigen hin verändert . Wahrscheinlicher ist, dass man nach einiger Zeit aus Frust davon ablassen wird, ohne je erfahren zu haben, was die aktuelle Situation an Chancen geboten hat.

Die Universität als Wissensdruckmaschine


Universitäten funktionieren, von außen betrachtet und mithilfe einer Metapher beschrieben, im Prinzip so:

„Vorne kommen Studierende hinein, verschwinden in einer großen Halle, wo sie auf ein Fließband gestellt werden. Dort werden sie nacheinander mit Weisheiten** bedruckt und kommen nach einer gewissen Zeit "fertig" hinten wieder heraus.“

** Diese Weisheiten können durchaus schon 40 Jahre alt sein, denn die Person, die für das Bedrucken der Studierenden zuständig ist, hatte ja ihrerseits ein Studium mit Inhalten, die ebenso schon einige Zeit auf dem Buckel hatten.

Die Konversation mit der Uni war kurz


Die Uni Bochum bekam den bis hier hin veröffentlichten Text ohne den Abschnitt der Wissensdruckmaschine zugesendet. Einen Tag später flatterte die Antwort ein. Es ist schade, die Universitäten sind scheinbar nicht in der Lage noch gewillt dazu, ihre Positionen zu überdenken oder zu verlassen, geschweige denn die Intentionen von Mitteilungen in ihrer Gesamtheit der Aussagen zu verstehen. Sie wandeln daher lieber weiter auf ihren ausgefahrenen aber wohlbekannten Wegen. Der Antwort der Uni Bochum nach ist zu entnehmen, man könne sich nicht tiefer dem Thema widmen, da man schlicht mit etwas anderem beschäftigt sei. (Planung Sommersemester!) Man verwies stattdessen auf die Informationen zur Online-Lehre.

Nachwort:


Bezüglich Zoom habe ich noch etwas mehr gefunden. Von der Uni Kassel existiert eine Einschätzung mit dem Namen „Zoom und Datenschutz“ (PDF) von Prof. Dr. Alexander Roßnagel.

Eine Analyse der Datenschutzrichtlinien von Zoom https://zoom.us/de-de/privacy.htm vom 29. März 2020 zeigt, dass Zoom Video Communications diese Datenschutzrichtlinien komplett überarbeitet hat. Der wichtigste Unterschied zu den bisherigen Richtlinien (vom 27. April 2018) besteht darin, dass Zoom nun zwischen den Zoom-Diensten und den Zoom Marketing Websites (zoom.us und zoom.com) unterscheidet.
Ja wenn das so ist.

Es wird Bezug zur DSGVO hergestellt. Der Hinweis das Zoom verpflichtet ist Daten an Regierungsbehörden oder Geheimdienste weiterzugeben, wird verklausuliert beschrieben. Auch das fehlen einer Ansprechstelle für den Datenschutz, wird zwar bemängelt aber ignoriert. Am Ende kommt Herr Professor Roßnagel zu folgender Einschätzung:
„Zusammenfassend ist für die Nutzung von Zoom-Diensten durch die Universität Kassel zu beachten, dass Zoom nicht alle Anforderungen der Datenschutz-Grundverordnung erfüllt. Dennoch ist die Nutzung von Zoom-Diensten nach den neuen Datenschutzrichtlinien vertretbar, wenn die Universität:

a) alle zentral einstellbaren Konfigurationsmöglichkeiten zugunsten des Datenschutzes nutzt und

b) die einzelnen Nutzer über die individuellen datenschutzgerechten Konfigurationsmöglichkeiten informiert.

Es ist zum Haare ausraufen. Ein Professor einer Forschungseinrichtung, „deren Fokus auf der interdisziplinären Gestaltung gesellschaftlich wünschenswerter Informations- und Kommunikationstechnik aus einer soziotechnischen Perspektive liegt (Link), macht sich so gar keine Gedanken über den Abfluss von Wissen aus Europa in Richtung USA. Ganz abgesehen davon, welcher Benutzer richtet seinen Client vor der Nutzung ein?

Den Professoren und Doktoren ist offenbar mehr daran gelegen ihre Besitz- und Wissensstände zu erhalten, statt nach neuen Wegen zu suchen. Wege die auf lange Sicht hin einen großen Nutzen für Deutschland als auch Europa hätten, um der Abhängigkeiten aus den USA oder China zu entgehen. Universitäten die den Status Quo erhalten wollen statt sich dem Fortschritt zu stellen um ihn zu gestalten, übersteigen schlicht meine Vorstellungskraft.

Dass das EU-US Privacy Shield von geistig umnachteten US-Präsidenten mal eben aufgehoben werden kann und demnach völlig nutzlos ist, wie vom ehemaligen Bundesdatenschützer Peter Schaar geäußert, scheint in diesen Kreisen noch nicht angekommen zu sein.

Nachtrag:


Von wegen sicher. Inzwischen existiert ein Dialer, der ohne Probleme Konferenzen findet und deren Metadaten.

Update


Inzwischen verbietet sogar das Auswärtige Amt die Nutzung von Zoom.

Update

Die Ruhr-Uni scheint ja doch Leute zu haben, die sich um den Datenschutz Sorgen machen. Mich wundert nur, dass das nicht bis in den letzten Winkel dringt. Vor der Corona-App hat man Angst, vor Zoom immer noch nicht.

Freitag, 3. April 2020

P(r)ost Corona

Wenn uns im Moment allen etwas wirklich fehlt, dann ein Szenario, eine Idee, eine Zukunftsperspektive, wie es nach Corona weitergehen kann.


Denn, wenn zwei Dinge heute schon feststehen, dann, dass nach Corona nichts mehr so sein wird, wie es vorher war und dass nichts unmöglich oder gar alternativlos ist. Dieses Corona hat so viel binnen kürzester Zeit verändert und möglich gemacht, dass die vergangenen 20 Jahre des weitgehend technisch/organisatorischen als auch des sozialen Stillstandes, in vielen Bereichen mehr als wett gemacht worden sind. Einzig die Frage, die ich in den vergangenen Tagen überall und vor allem häufiger vernommen habe: „Wie soll es danach weitergehen? Welche Zukunftsperspektiven gibt es?“


Hinter den Kulissen wird bereits hart um Deutungshoheiten gekämpft. Eine FDP beispielsweise läuft sich warm, um nur ja nicht zu viele Federn lassen zu müssen. Die Angst, dass etwas anders sein könnte, als es vorher war, treibt derzeit einige Stilblüten und insbesondere die Neoliberalen Kräfte der Gesellschaft sind bemüht, nichts an Boden einzubüßen.


Unserer Gesellschaft wurde mit einigem Nachdruck bewiesen, wer wirklich systemrelevant ist. Es sind eben genau nicht die Banken, Börsen und deren Vertreter eines Finanz-Schneeballsystems - es sind die Krankenschwestern, die Pfleger, die Verkäuferin, der Bäcker, um nur einige zu nennen. Insofern ist es jetzt durchaus angebracht, die Frage zu stellen, ob nicht das Gehalt dieser wirklich systemrelevanten Berufe als Maßstab für für den Verdienst aller anderen Berufe gelten sollte. Der Respekt, der heute diesen systemrelevanten Gruppen entgegengebracht wird, darf nicht mehr einschlafen. Wir müssen uns diesen Respekt erhalten! Wir dürfen den neoliberalen Kräften nicht mehr das Terrain überlassen, da sie mit immer neuen Methoden versuchen, das soziale Gefüge zu zerstören! Wir müssen endlich den Mut finden, auch als Reaktion aus dieser Corona-Krise heraus, die heute erfolgten Veränderungen innerhalb der Gesellschaft weiter zu nutzen, zu verbessern und an unsere Ansprüche anzupassen. Hierzu gehören dann auch neue Gedanken, wie man aus dieser Situation, mit der man heute zu tun hat, weiter umgehen und aus ihr lernen kann.


Treten wir doch mal einen großen Schritt zurück und betrachten das große Ganze. Wer aufmerksam auf diese Welt blickt, wird viele Kleinigkeiten entdecken, die ohne Corona und dessen Begleiterscheinungen gar nicht möglich gewesen wären. Heute ist zum Beispiel Freitag. Insbesondere im Ruhrgebiet ist das ein Tag mit teils 100 Kilometern Stau und mehr. Hauptverkehrsstraßen, die sonst permanent verstopft sind, bleiben seit Wochen befahrbar, ja man reduziert teils sogar die Fahrspuren, weil der Verkehr das zulässt. Es gab während der Sperrungen in Wuhan zum Beispiel Nachrichten aus China, infolge deren die Luftverschmutzung rund um das Epizentrum um weit mehr als 80% gesunken ist. Dasselbe ist derzeit auch über Europa zu beobachten. Dass in Deutschland vielerorts die Feinstaubwerte nicht sinken, wo doch der Diesel-PKW so schädlich für die Umwelt sei, ist dann wohl eher den vielen grünen Feinstaubschleudern mit dem Namen Holzofen zu verdanken. Kachelmann lässt grüßen.


Trete ich noch einen Schritt weiter zurück, fällt mir noch mehr auf. Davon ausgehend, dass wir in einer Welt leben, die keinerlei Grenzen im Sinne von „Wir machen Urlaub überall“ kennt, sind lokale, demnach auf einen oder einige wenige Staaten begrenzte Veränderungen, wenig sinnvoll. Aus diesem Grund beziehe ich mich beispielsweise auf Aussagen und Statistiken, die den gesamten Globus betreffen. Rückschlüsse hieraus auf lokale Gegebenheiten kann dann jeder selbst herstellen.


2018 wurden rund 1,5 Bill US-Dollar weltweit an Renditen an Aktionäre ausgezahlt. Dem gegenüber stehen rund 350 Mrd. US-Dollar, die 2018 notwendig gewesen wären, um den Hunger auf der Welt zu beenden. Ich lasse an der Stelle mal völlig außer Acht, dass es milliardenschwere Subventionen gibt (und anderes), die diesem Gedanken noch fehlen. Jedoch genügen diese beiden Zahlen, um zu zeigen, was bei entsprechendem politischem Willen, Weltweit möglich wäre.


Breche ich diesen Gedanken herunter nur auf Europa oder nur auf Deutschland, dann wird erneut deutlich, wie sehr unser aller Wohl von einer funktionierenden Solidargemeinschaft abhängig ist. In Italien und Spanien wurde nach der Bankenkrise 2008 das Sozialsystem mitsamt seinem medizinischen System von den neoliberalen Befürwortern geschleift. Fast die Hälfte der Krankenhäuser, bzw. große Teile der medizinische Vorsorge, wurden abgeschafft. In den USA will die Regierung nun alle durch Corona indizierten, medizinisch notwendigen Behandlungen bezahlen. Mit einer vernünftigen Krankenversicherung für alle wären solche Maßnahmen nicht notwendig. Sogar Großbritannien hat inzwischen begriffen, dass ein System zur Krankheitsvorsorge für die Wirtschaft elementar ist, woraus aus meiner Sicht der Beweis erbracht ist, dass es genau diese Vorsorge ist, die jedem Menschen auf der Welt zuteil werden muss.


Inzwischen sollte eigentlich jedem klar geworden sein, dass sogar ein festes Grundeinkommen nicht nur notwendig, sondern sogar möglich wäre. Denn, wie schnell man in Kurzarbeit gelangen kann oder sogar der Verlust des Arbeitsplatzes droht, war für viele bisher undenkbar, jetzt erlebt man es am eigenen Leib.


Es ist im Moment eigentlich völlig egal, welches Stück des Lebens ich betrachte, die Auswirkungen und Möglichkeiten in der derzeitigen Situation sind in weiten Teilen unglaublich. Es werden Ressourcen frei, von denen ich glaubte, sie seien verloren gewesen. An einigen Dingen herrscht derzeit ein Mangel. Und genau durch diesen Mangel werden kreative Kräfte frei, die weit mehr als die Produktivität betreffen. Das reicht hin bis zu Künstlern, die plötzlich feststellen, dass ihre Kultur durchaus auch „frei“ sein kann, ohne restriktive Copyrights.


Wenn in dieser Krise eines mehr als deutlich geworden ist, dann, dass vieles möglich wurde, das vorher als undenkbar galt. Deswegen heute der Aufruf an alle: Lasst bitte nicht zu, dass die Neoliberalen uns in ihre alten Muster der Unfreiheit und Beschränkungen zurück fallen lassen!

Diese neoliberalen Marktgläubiger sind der Hemmschuh einer jeden fortschrittlichen Gesellschaft. Der Markt besitzt nämlich keine Intelligenz, diese Gesellschaft, wir alle zusammen, besitzen eine und haben nun die Chance, uns das zutrauen, was bisher als unmöglich und nicht durchführbar bezeichnet wurde. Die Gefahr, wieder in alte Muster zurückzufallen und uns erneut einlullen zu lassen, ist größer denn je. Denn, was werden diese Neoliberalen uns nach der Krise erzählen? „Wäre der Markt nicht so beschränkt gewesen, wäre das alles nicht passiert!“. Zumindest wären die Worte so oder so ähnlich.


Eure Gedanken? Per Twitter an @HuWutze oder hier in den Kommentarbereich. bitte.

Donnerstag, 21. Februar 2019

Botox für die ARD - Optisch aufhübschen um die wahren Problemzonen zu kaschieren


Diese ganze Diskussion um dieses Framing-Manual ist eher nur absurd. Denn die ARD versucht, das Pferd von hinten aufzuzäumen, da man die eklatanten Fehler der Vergangenheit weder in der ARD, noch von politischer Seite her reparieren möchte. So bleibt es beim Status Quo und die Stimmung in der Gesellschaft verschlechtert sich weiterhin. Ergebnis sind Kampfbegriffe wie "Lügenpresse", "Systemmedien" und andere. In letzter Konsequenz ist ja zu sehen, wohin die Reise führt. Man spricht lieber mit Abgesandten der AfD und wird damit zu deren Steigbügelhalter, auch wenn etwas ganz anderes beabsichtigt ist.
So wird dann seitens der ARD natürlich auch der Unterschied explizit zu den "Mitbewerbern" herausgestellt. Wobei der Gebrauch des Wortes "Mitbewerber" laut dem Manual besser nicht genutzt werden sollte, da Bürger ja Nutznießer von "ihrem gemeinsamen Rundfunk" sind.

Private Anbieter sind profitwirtschaftliche Anbieter von Informationen und Unterhaltung. Sie sind der kommerzielle Rundfunk oder auch Kommerzmedien oder Kommerzfernsehen.

Man lehnt sich mit dieser Sprechweise dann sehr weit über den Fensterrand hinaus. So könnte man von der ARD dann durchaus auch behaupten, sie seien die Altersvorsorge für verdiente Parteikader bzw. verdiente Mitarbeiter, die der Parteienlandschaft irgend einen wohlwollenden Dienst erwiesen haben. So ist zum Beispiel ein Ullrich Wilhelm seit März 2015 im Rundfunkrat des Bayrischen Rundfunks und seit Januar 2018 Geschäftsführer der ARD. Zuvor glänzte er als Chef des Bundespresseamtes und Regierungssprecher der Bundesregierung.

Ein Beispiel: Dass Ullrich Wilhelm nie die Politik verlassen hat, um sich künftig um die Belange der ARD zu kümmern, bewies er 2016 als Mitinitiator der "Charta der Digitalen Grundrechte der Europäischen Union". Das macht es insofern bemerkenswert, als dass er dies nicht nur im Amt als ARD Chef tat, sondern auch noch als Mitglied des Executiv Board der Europäischen Rundfunkunion.

Wiederholt gab es Kritik an der Besetzung des Postens zum Intendanten der ARD. So schon 1989 durch den damaligen Intendanten der ARD Hartwig Kelm, der in einem Interview mit dem Spiegel sagte:

Man muss die Rundfunkräte, über die Einfluss ausgeübt wird, von Interessengruppierungen möglichst befreien. Die Parteien sind die deutlichsten Interessengruppen, weil sie wissen, dass sie am meisten mit dem Fernsehen anfangen können.
Die Parteienvertreter müssen raus aus den Rundfunkräten.

Seit Jahren werden Urteile des Bundesverfassungsgerichtes durch die Politik ignoriert. Entscheidungen zu den Personalien der Rundfunkräte werden weiterhin von parteipolitischen Interessen dominiert, was das Versprechen eines "Staatsfernen Rundfunks" aus der Politik heraus ad absurdum führt.

So hat unter anderem die Otto-Brenner-Stiftung Studien durchgeführt, die sich mit den Formaten Tagesschau und Tagesthemen auseinandersetzte. Die Studie kam zu dem Schluss:

dass Redaktionen "perspektiv-arm" arbeiteten und den Mittelpunkt der Berichterstattung lediglich auf hohe Regierungsvertreter, Vertreter von Banken und Wirtschaft, sowie wenige Wissenschaftler und deren Sichtweisen legt.

Die Otto-Brenner-Stiftung nennt das am Ende:

"Perspektivverengung mit enormen Wirklichkeitsverlusten".

Wie es auch ginge!

Anders 2013 in der Piratenpartei. Deren Piraten-Landtagsfraktion in NRW schrieb die vakante Stelle im WDR-Rundfunkrat kurzerhand aus, um:

den der Piratenpartei als Fraktion zustehenden Sitz im Rundfunkrat des WDR, "nicht an einen Abgeordneten aus unserer Fraktion zu vergeben, wie es bei anderen Fraktionen im Haus üblich ist", sondern "diese Stelle öffentlich auszuschreiben und aus der Mitte der Bevölkerung zu besetzen".

Als Begründung gaben die Piraten in NRW an:

Damit könnte etwas frischer Wind einkehren in den WDR-Rundfunkrat, in dem bisher zahlreiche Mitglieder eher damit beschäftigt sind, möglichst nicht aufzufallen und wieder gewählt zu werden, statt etwa die Positionen der sie entsendenden Organisationen zu vertreten, auch wenn das schon mal unbequem sein kann. Besonders deutlich wurde das im Konflikt um die weitere Verflachung des WDR-Rundfunkprogramms.

Zuletzt äußerte sich die Piratenpartei 2016 zu diesem Thema. Ihr Politischer Geschäftsführer Kristos Thingilouthis sagte:

dass auch nach Urteilen des Bundesverfassungsgerichts Rundfunkgremien immer noch eine zu große Nähe zu Parteien aufweisen und eine politische Einflussnahme auf Programmgestaltung verhindert werden müsse

Fazit:

Es geht prinzipiell nicht wirklich um eine Rundfunkgebühr oder um das Thema "Lügenpresse" oder "Staatsmedien". Eigentlich braucht es nicht ein Framing, welches letztlich als Versuch der Wiedererlangung von Deutungshoheiten betrachtet werden kann. Es geht schlicht und einfach um das Konstrukt Öffentlicher Rundfunk und wie die Verantwortlichen für diese durchaus anspruchsvolle Position ausgewählt werden. Denn der Vorwurf einer Einflussnahme ist nicht von der Hand zu weisen, schließlich geht es bei all diesen Personen auch um die wirtschaftliche Existenz. So lange Personen abhängig von diversen Organisationen sind, so lange Kritik an diesen Organisationen zum Verlust des Arbeitsplatzes führen kann, so lange gilt immer und immer wieder der Spruch:

Wessen Brot ich ess, dessen Lied ich sing

Stellt erst mal die Grundlagen auf neue Füße!

Montag, 11. Februar 2019

Klimagegner? Es reicht!

(Eigentlich wollte ich hier ja nix mehr schreiben ... aber es geht wohl nicht anders)

Die geballte Inkompetenz diverser Protagonisten im Fall Greta Thunberg ist inzwischen nicht mehr zu ertragen. Die Entwicklung der Digitalen Gesellschaft war eben genau nicht mit dem "Ja oder Nein", "Gut oder Böse", "Null oder Eins" -Denken gemeint. Aber genau das passiert seit einigen Wochen immer zügelloser. Inzwischen bin ich immer öfter geneigt der Masse der Protagonisten zu unterstellen, absichtlich zu desinformieren, absichtlich zum Hass aufzurufen, absichtlich Dinge nur digital zu betrachten und damit in die Schubladen "Gut oder Böse" zu unterteilen.

So funktioniert diese Welt aber nicht!

Ursache welches zu diesem Blogpost jetzt führt ist die inzwischen nicht mehr tragbare Krakeelerei um Greta, Freitags streikende Schüler und diverse Umweltaktivisten. Es ist einfach nicht mehr zu ertragen, wie wieder und wieder versucht wird von den eigenen Unzulänglichkeiten abzulenken. Es werden völlig abstruse Vergleiche hergestellt, die wirklich jeder noch so kleinen zu vermutenden Intelligenz, völlig zuwider laufen. Da werden "Flüge" einer Umweltaktivistin mit der Aussage von Herrn Merz gleichgestellt, der da vor einigen Wochen von sich behauptete, sich nicht als Teil der Oberschicht zu betrachten.

Bitte? Was hat das nun damit zu tun?

Da wird ein Mädchen teils aufs Übelste persönlich angegriffen, weil sie ihr Frühstück aus einer Plastiktüte holt, da sie ja gerade mal nichts weiter Umweltschädliches tut auf dem man herum hacken könnte? Sie wird angegriffen, weil sie von irgendeinem "Konzern" aufgebaut wurde, um für eine neue Klimapolitik zu demonstrieren?! Es ist eine zutiefst widerliche Art, kleinere nieder zu drücken um sich letztendlich nur größer fühlen zu können.

Ist die Masse dieser Gesellschaft eigentlich inzwischen wirklich nur noch so denkeingeschränkt und bemerkt nicht mehr was hier gerade passiert? Es werden, teils sogar zu Recht, Medien angegriffen, weil sie völlig kritiklos über das Phänomen "Greta" berichten und damit vermeintlich in das große Verschwörungssprachrohr "Grüne Verblödungspolitik" blasen würden.

Man sollte wohl lieber mutmaßen, dass Ihr (die Karkeeler) alle nur damit beschäftigt seid nur ja nicht vor der eigenen Türe zu kehren, weil Ihr selbst erschrocken bemerkt habt, dass Ihr alle von einem kleinen Mädchen instrumentalisiert worden seid. Ihr fangt da plötzlich das eigene Verhalten zu reflektieren und stellt nun erschreckt fest, Ihr steht Seite an Seite mit jenen Konzernen, denen die Umwelt eher lästig als erhaltungswürdig ist!

Erschreckt Euch der Blick in den Spiegel wirklich so sehr?!

Eine Differenzierung findet nicht mehr statt!

Eigentlich sollten sich alle insofern einig sein, dass wir nur diesen einen Planeten haben. Inzwischen sollte jedem verständlich gemacht worden sein, dass: "Der Mensch macht sich die Erde Untertan" nicht mehr gültig sein darf! Wer mit beiden Aussagen hier nichts anfangen kann, der möge sich bitte jetzt vom Rand der Welt stürzen. :o)

Ja natürlich, da hat "jemand" eine Kampagne gestartet, die wohl persönlichen "Reichtum" erbringen könnte. Ärgert es Euch nicht selbst auf die Idee gekommen zu sein? Es hat fast den Anschein! Diese Firma hat sich, ganz in derzeit aktueller Manier, ein "Gesicht" an Land gezogen und aufgebaut, die jetzt Greta Thunberg heißt. Sie hat einige persönliche Einschränkungen, die eigentlich keinen weiter stören sollten. Sie ist ein Mensch wie jeder andere. Aber genau das wird ihr nun zum Verhängnis. Sie ließ sich vor einen Zug spannen, den sie von Anfang an nie unter Kontrolle haben würde, da ja _andere_ am Steuer sitzen. Und Ihr?

Der Markt regelt einen Scheiß!

Wer aber drischt nun auf ein Mädchen von 16 Jahren ein? Es sind mehrheitlich und nachweislich Menschen die sich pikiert zeigen, weil sie an das eigene Unvermögen erinnert werden, weil sie eben doch viel lieber auf die vielen kleinen Annehmlichkeiten im Leben nicht verzichten wollen. Es sind in der Mehrheit genau jene, die weder Familie noch Kinder haben! Es sind zumeist genau jene, die der irrigen Meinung nachhängen, "das der Markt es schon regeln würde". Schaut mal genau hin! Genau jene reißen derzeit so dermaßen weit den Mund auf und legen sich eine fast schon pittoreske "Kompetenz-Kompetenz" zu. Selbsternannte "Retter von $irgendwas", meist Retter der Menschheit mit möglichst viel Geld, die dann doch eher einem Spektrum zuzuordnen sind, denen das Gestern näher am Allerwertesten liegt als eine Zukunft, von der sie ja nicht mehr profitieren können. Denn das Bewusstsein, seine "Errungenschaften" nach einem Tod nicht mehr genießen zu können, scheint sich wohl nun doch bis in den entlegensten Winkel der Welt verbreitet und festgesetzt zu haben. Was ein Glück! Oder auch nicht, denn die Welt scheint nicht erhaltenswert zu sein. Klar, so ohne Kinder? Da gibt es nicht viel zu hinterlassen. Wozu also Wissen aneignen, das keinen Profit erbringt?!

Diese Personen merken es dann natürlich nicht, dass sie sich auf eine Weise bewegen, die sie sonst ja immer - aber eben nur bei anderen - anprangern: Menschen zu einem Ding degradieren! Ein Spielzeug, mit dem man je nach Gusto so verfahren darf, wie man gerade will? Warum sucht Ihr alle zusammen nicht nach den wirklich Schuldigen? Weil Ihr genau wisst keine Chance zu haben, gegen eine vernunftbegabte Klimapolitik zu argumentieren, weil ihr auf ganzer Linie verlieren würdet und deswegen lieber ein kleines Mädchen angreift? Warum greift Ihr alle zusammen nicht genau mal jene an, die auch Euch mit Umweltzerstörungen, gefakten Lebensmitteln, Plastik und sonstigen Unmöglichkeiten tagtäglich aufs neue vergiften wollen? Sind Euch die Geldgeilen Märkte, die sich eben niemals von selbst regulieren werden und immer und zu jeder Zeit nur den eigenen Profit allem anderen voranstellen, wirklich so viel lieber als Jugendliche, die genau Eure verzweifelten Versuche, den Status Quo zu erhalten, anprangern?

Ihr seid sowas von durchschaubar, Ihr seid arme Menschen. Denn Ihr habt weder Medienkompetenz noch irgend eine gesittete Form von Sozialkompetenz. Ihr seid schlicht vom Hass und vom Egoismus zerfressene Kreaturen, die viel lieber den eigenen Arsch gesichert an die Wand drücken wollen und den Spruch: "Nach mir die Sintflut" öffentlich zur Schau stellen und zelebrieren.

Am Ende passt das ganze aber dann doch wider in ein Schema, welches ich schon viel zu oft in den vergangenen Jahrzehnten erlebt und angeprangert habe: "Kinder müssen einfach nur funktionieren und sollen ohne Fragen zu stellen das nehmen, was ihnen vorgesetzt wird." Die Politik macht es ja seit Jahren vor.

Ich könnte mehr schreiben zu diesem Thema, ich möchte es fürs erste jedoch bei diesen Worten belassen. Ich hoffe ja immer noch, dass es den einen oder anderen gibt, der sich endlich mal auf das Wesentliche beschränkt und jene an den Pranger stellt, die kein Interesse daran haben, das Klima als auch die Umwelt zu schützen! Greta hält Euch bisher nur den Spiegel vor das Gesicht und das mögt Ihr einfach nicht. Denkt mal darüber nach!

Links

Ihr wollt Links, die "beweisen", in welch - teils dümmliche Zusammenhänge - diese Thematik gebracht wird? Hier findet Ihr einige wenige Beispiele, eine kleine Auswahl, die sich durch viele weitere ergänzen ließen.

http://www.danisch.de/blog/2019/02/03/ueber-den-von-links-betrachtet-seltsamen-unterschied-zwischen-einer-11-und-einer-15-jaehrigen/

http://asemann.de/index.php/2019/02/10/politisch-ungewollte-medienkompetenz/

http://www.danisch.de/blog/2019/02/07/die-verkuendigung-des-wortes-der-greta/


Mittwoch, 9. Mai 2018

Champions League oder Kindergarten?


Ich nehme mir mal beispielhaft den Text zum 1. Mai der Piratenpartei als Vorlage, um zu verdeutlichen, weswegen eine Frau Gabelmann in Gänze ungeeignet ist, eine wie auch immer geartete Öffentlichkeitsarbeit kompetent zu bewerkstelligen.

Frau Gabelmann meint von sich selbst, in der Champions League zu spielen, besagter Text besitzt allerdings nur Kindergartenniveau. Das wird mit dem ersten Satz schon deutlich. Auf einen Doppelpunkt im Satz beginnt das nachfolgende Wort in Großschreibung. Zudem ist dieser erste Absatz ein Sammelsurium an Worten, weswegen man insbesondere gegen Ende hin ganze Sätze zweimal lesen muss, um überhaupt zu verstehen, was Frau Gabelmann da ausdrücken möchte. Auch wenn eine FDP in geschwollenem Deutsch daherkommt und in Menschen unterteilt, die „leisten“ und Menschen, die „Minder- oder Nichtleister“ sind, bitte was ist das für ein Deutsch?

Der zweite Absatz ist dann so falsch wie er nur sein kann. Zitat:

„Dennoch lohnt ein näherer Blick auf diese Meldungen, um eine Standortbestimmung durchzuführen. Sind wir schon bei Arbeit 4.0? Oder verharren jene, die sich professionell mit Arbeitspolitik beschäftigen sollten, mit ihrem Denken immer noch im geistigen Mittelalter?“

Wen genau meint Frau Gabelmann? Wer genau führt diesen Blick der Standortbestimmung? Die Piraten? Wer beschäftigt sich professionell mit Arbeitspolitik? Die Presse? Die Piraten? Wer?

Im darauf folgenden Absatz wird die Frage beantwortet und spätestens ab hier wäre es einen Offenbarungseid der Piratenpartei. Denn sie schreibt wörtlich:

„Unser Verständnis und unser Begriff von Arbeit stammen tatsächlich noch aus dem Mittelalter, aus einer calvinistischen Denkweise, die sich am besten mit dem Satz „Wer nicht arbeitet, soll auch nicht essen“ beschreiben lässt.“

Übersetzt lautet der Satz folgendermaßen:

„Das Verständnis der Piraten von Arbeit stammt tatsächlich noch aus dem Mittelalter ...“

Und spätestens ab hier braucht niemand weiterzulesen, denn es wird ja beschrieben, dass die Piratenpartei hier auch nichts Neues zur Verfügung hat, sondern selbst auch im Mittelalter feststeckt. Insbesondere der Begriff „calvinistisch“ ist vom Prinzip her beschämend in seiner Verwendung. Denn beim Clavinismus handelt es sich zuerst einmal um eine christliche Weltanschauung, auch wenn inzwischen einige Fragen zur Lebensführung in der Welt damit beantwortet werden können. Grundsätzlich aber hat dieser Begriff da nichts zu suchen. Schlägt man den Begriff in einer Enzyklopädie nach, wird man sich spätestens ab hier die Frage stellen: „Was will der Autor uns damit sagen?“. Die Verwendung dieses Begriffs soll offenbar einzig die Eloquenz des Autors dokumentieren, nicht jedoch sinnstiftend für den gesamten Text sein.

Das Problem der Satzverstümmelung zieht sich durch den gesamten Text und macht ihn damit schlicht unlesbar. Spätestens jedoch mit diesem Satz (siehe Zitat) kann man dem gesamten Aufsatz Fakenews attestieren, da es sich um eine falsche Aussage handelt.

„Sogar halbe Staatsunternehmen sind da leider nicht ausgenommen, wie die Deutsche Post mit ihren neuen Richtlinien zur Entfristung von Arbeitsverträgen eindrucksvoll beweist.“

Die Deutsche Post als Unternehmen befindet sich seit 2005 nicht mehr in Staatsbesitz. Seit 2013 liegen die Staatsanteile sogar bei weniger als 25%. Und auch, wenn diese Formulierung „Staatsunternehmen“ noch stimmen würde, wie kann nur die Hälfte eines Unternehmens agieren, die andere Hälfte nicht? Dieser Satz hat nichts mit Logik zu tun und ist deswegen unsinnig.

Spätestens ab hier hatte ich keine Lust mehr, weiterzulesen. Es ist ein dummer Text. Um die Analyse jedoch zu Ende zu bringen, werde ich diese Kröte schlucken müssen.

Jetzt folgt der Beweis, dass Frau Gabelmann den Text verfasst hat, denn sie spricht von „ihrem schwarzen Pendant“ und von „Kollegin“, die sie in Frau Kramp-Karrenbauer von der CDU sieht. Angesichts der Qualität dieses Textes wird Frau Kramp-Karrenbauer das ganz sicher anders sehen.


Frau Gabelmann geht dann weiter über die Thematik BGE und das Verhältnis der Gewerkschaften dazu, die dies und jenes nicht verstanden hätten. Den nächsten Absatz beginnt sie wieder mit mit einem Fehler (auf Doppelpunkt folgt Großschreibung). Im Weiteren schreibt sie:

„Ja, es wäre eine absolute Revolution und echtes Neuland. Aber das ist ja mit Paradigmenwechseln immer so.“

Der Satz ist meiner Meinung nach die Krönung der gesamten Abhandlung. Das BGE wäre natürlich eine „Revolution“ im sozialpolitischen und gesellschaftlichen Sinne. Was darauf bei ihr jedoch folgt, ist die Verwässerung des Begriffs „Neuland“. Sie transponiert den Begriff weg von einer Digitalen Gesellschaft hin zu einem BGE. In meinen Augen in unzulässiger Art und Weise. Bemerkenswert ist dann der Einsatz des Begriffs „Paradigmenwechsel“. Ein Paradigma ist eine grundsätzliche Denkweise, eine Lehrmeinung. Um diesen Wechsel zu erreichen gibt es aus meiner Sicht nur zwei Möglichkeiten:

1. Eine Revolution, aus der heraus sich ein Umdenken zwangsläufig entwickelt, bzw. entwickeln soll, sonst bräuchte es ja keine Revolution.
2. Ein Umdenken auf Basis einer historischen Weiterentwicklung, ein Umstoßen bisheriger Meinungen und Ansichten zum Wohle von [ … ] hier einer Gesellschaft.

Das Wort „Paradigmenwechsel“ ist an der Stelle schlicht unangebracht. Offenbar soll es lediglich dokumentieren: „Der Verfasser des Beitrages kennt Fremdwörter.“

Das dann Gewerkschaften einen Beruf haben und kein Konstrukt bzw. Zusammenschluss von Personen und Gruppierungen sind, war dann auch mir neu. Zudem weiß sie ganz sicher nicht, aus welchen Personen (und ihren Berufen) heraus sich die Gewerkschaften geformt haben. Denn sie schreibt (Zitat):

„Ich jedenfalls habe den Eindruck, dass die Gewerkschaften, die sich rein beruflich schon ein bisschen auskennen sollten, noch weniger vom Bedingungslosen Grundeinkommen verstanden haben als Ottonormalleser.“

Entschuldigung, das ist Deutsch, welches ich in der 4. Klasse erwarte, nicht aber von einer Person, die Öffentlichkeitsarbeit einer Partei organisieren möchte und „Champions League“ spielen will.

Nichts geht mehr ...

An der Stelle beende ich meine Textschau nun doch vorzeitig, denn alles Folgende würde meine vorigen Erläuterungen nur wiederholen. Denn das, was Frau Gabelmann mit diesem Text abgeliefert hat, ist einer Partei unwürdig zu veröffentlichen. Dieser Text beinhaltet nichts weiter als grauenvoll zusammengewürfelte Wortfragmente. Dieser Text ist unlesbar, durchtränkt von Schreibfehlern, schlechtem Deutsch und Grammatik. Dieser Text ist noch nicht einmal in kleinen Teilen zitierfähig, da zum schlechten Deutsch auch noch gravierende inhaltliche Fehler kommen.


Fazit: Gut gedacht ist noch lange nicht gut gemacht. Die geistige Schöpfungshöhe für diesen Text ist nicht höher zu bewerten als die eines Viertklässlers. Und die spielen bekanntlich allenfalls in der Kreisliga.

Aber es ist halt so wie im sonstigen Leben: „Karriere macht, wer auf seinem letzten Posten gut war, ohne dass erwiesen ist, dass er es auch auf seinem neuen Posten kann.“


In diesem Sinne, viel Spaß mit dieser Politischen Geschäftsführerin. Meine Forderung, auch angesichts dieser Textwüste, wäre: „Frau Gabelmann, treten Sie umgehend zurück!“.

PS:  Mein Anspruch ist nicht Champions League, denn privater Blog ist nicht Parteimedium.

Dienstag, 20. März 2018

Gut gemeint ist nicht gut gemacht!

Eine Antwort auf den Artikel von Markus Decker in der ZEIT
http://www.zeit.de/2018/12/markus-decker-osten-westen-entfremdung

Einleitung:
Immer wieder stolpere ich über solche und ähnliche Worte. Der Text ist gut geschrieben, ohne Zweifel, aber genau dieser sehr feinsinnige Text offenbart erneut die tiefen Gräben, die zwischen Ost und West bisweilen bis heute existieren. Der Text strotzt von fatalen Fehleinschätzungen, von Fehlern, von einfach falschen Annahmen, dass ich mich regelrecht gezwungen sehe, da mal eine Antwort zu schreiben.

Mich hat es von Dresden nach Dortmund verschlagen. Mit meiner Partnerin bin ich nun stolze 16 Jahre zusammen und sie ist ein gebürtiges Ruhrpott-Kind. Zum Zeitpunkt des Mauerfalls war ich 22 und meine Reise danach hat mich durch halb Europa geführt, ehe ich hier in Dortmund zur "Ruhe" kam. Mein Spruch damals, kurz nach der Wende lautete: "Zuerst bin ich Sachse, dann Europäer, dann ne Weile nix und dann bin ich vielleicht Deutscher." Daran hat sich bis heute nicht viel verändert.

Nun zum Artikel:
Ja, diesen latenten Rechtsradikalismus gab es zu DDR-Zeiten schon immer. Er wurde nur fein säuberlich unter den Teppich gekehrt, so dass das auch keiner mitbekommen konnte. Du erwähnst Rostock und Hoyerswerda, vergisst aber den Blick in die alte Heimat, zum Beispiel nach Solingen zu richten. Das nervt und zeugt von der typischen "Ich bin besser als ihr" -Mentalität, auch wenn das ganz sicher nicht so gemeint ist. Jedoch bewegen wir uns hier nicht ausschließlich in einem Universum der Fakten, hier geht es ganz besonders um Gefühle, auf denen inzwischen genug herumgetrampelt wurde.

Du bist, 1992, aus deiner gutbürgerlichen und gesicherten Heimat in den Osten gegangen. Wohlwissend, allzeit in die alte Heimat zurückkehren zu können, ohne einen großen Nachteil für Dich in Kauf nehmen zu müssen. Die einzige Veränderung für Dich war lediglich der Ort an dem Du wohnst und arbeitest, mehr nicht. Zu diesem Zeitpunkt hatten aber alle DDR-Bürger inzwischen eine Geldentwertung hinter sich, ein gänzlich neues Gesellschaftssystem, zuhauf geschlossene Betriebe und damit Arbeitslosigkeit und viele, viele Dinge mehr.

Was viele bis heute nicht mal im Ansatz begriffen haben oder gar wissen: Im Osten herrschte nach der Wende eine gewisse Form von Anarchie und das teils bis weit in die 2000er Jahre hinein! Denn, was zu DDR-Zeiten undenkbar war, konnte man nun endlich tun. So war zum Beispiel jeder noch so kleine Autobahnparkplatz mit mindestens einer Imbissbude ausgestattet. An den großen Fernverkehrsstraßen wurde oft jeder große Platz mit einer Feldküche, mit meist sauleckeren Eintöpfen, besetzt. Die wurden fast ausnahmslos alle regelrecht platt gemacht. So wie man es die Jahre zuvor auch mit den anderen Betrieben gemacht hat, die aus der DDR heraus hätten existieren können, aber nicht durften, weil sie ein Dorn im Auge des Westens waren. Ich erinnere hier nur an DKK in Scharfenstein, die den ersten FCKW-freien Kühlschrank entwickelt hatten, der vom Westen als Bedrohung des freien Marktes angesehen wurde. Dieses Gefühl der Ossis: "Hee, wir sind doch nicht so schlecht wie man sonst über uns schreibt", war schon bemerkenswert. Eine gewisse Form von Selbstmotivation, die durch den Westen ganz einfach zerstört wurde. Denn es ging ja ums Geschäft, nicht um den Aufbau Ost!

Das Problem, was alle westlich geprägten Mitbürger oft haben, wir haben mehr über Euch gelernt als Ihr über uns. Ich muss das mal so ganz einfach sagen. Es gab in Geographie nicht den berühmten weißen Fleck auf der Karte, wir wussten schon sehr genau, wo Stahlstandorte oder Erdöl waren. Wir kannten das System "BRD" im Prinzip, wenn auch nur theoretisch. Diese Theorie jedoch war oft der Anlass dafür, dass diese Ex-DDR-Bürger nach der Wende oft die schlimmeren Kapitalisten waren. Denn sie hatten ja gehört und auch gelernt, dass das so "normal" sei. Also ich meine das mit der Ausbeutung usw. Und noch mal, es herrschte Anarchie im Osten. Denn Gesetze waren ja von dem einen auf den anderen Tag nicht mehr existent, die DDR war ja faktisch 1990 aufgelöst worden. Dass es nach dem 3. Oktober neue Gesetze gab, nun das scherte kaum jemanden, es herrschte ja "Meinungsfreiheit" und "Demokratie", was auch immer das bedeuten möge, denn jeder im Osten hatte ein anderes Verständnis dazu entwickelt. Und genau das hat ein großer Teil wörtlich genommen, man tat was man für richtig hielt, denn man war ja jetzt "frei"!

Und ja, wir kannten viele Dinge nicht. Als da zum Beispiel wären: Stalin, Judentum, Israel. Ja nicht einmal die Kirche gab es so richtig, war sie ja ein Dorn im Auge der Herrschenden.

Ein weiteres witziges Beispiel: Wie lange hielt sich eigentlich das Gerücht, dass Geschwindigkeitskontrollen per Schild vorher angekündigt werden müssen?! Und ja, es gibt diese Schilder, meist an großen Einfahrtstraßen in Großstädten, die tatsächlich vor den Starenkästen warnen sollen. Und ja, es gab so einige, die genau das geglaubt haben. Denn man war ja jetzt "frei"! Du erkennst den Unterschied in der Definition "Freiheit", der zwischen Ost und West herrschte?

Keiner der Westbürger hat heute noch auf dem Schirm, wie wir Ossis alle zu den Volkskammerwahlen 1990 verschaukelt worden sind! Putin würde man heute Wahlmanipulation vorwerfen, unser damaliger "Volkskanzler" Kohl hat diese Wahlmanipulation aber ganz gezielt, mit einer Masse an Geld, angefacht und überhaupt erst möglich gemacht! Darf ich deswegen mal an diese "Allianz für Deutschland" erinnern?! Lug und Betrug vor und nach den Wahlen. Nach der Bundestagswahl 1990 dann massive Steuererhöhungen statt blühender Landschaften. Eine Treuhand, die bar jeder Vernunft, das Vermögen aller in die Hände weniger transferierte. Das alles unterstützt von einem, wie wir heute wissen, völlig korrupten System, das sich von Lobbyisten steuern lässt, statt dem Wohl des Volkes zu dienen. Schau Dir mal solche Dokumentationen an wie "Beutezug Ost" (45min). Dir wird übel werden, welchen Schaden die damalige Regierung uns allen(!) zugefügt hat!

Man möge bitte die Blauäugigkeit der Ossis entschuldigen, auch ich bin davon ausgegangen, dass mit dem Einzug von westlichen Werten wie Demokratie, Freiheit und Chancengleichheit, alles besser würde. Wir hofften, wir wären frei von Gängelei und könnten uns nun so entwickeln wie wir wollten. Das Gegenteil war leider der Fall.

Und heute? Das vierte Mal hintereinander haben wir eine Kanzlerin, die nur auf dem Papier christlich und ein Ossi ist. Wir hatten zwischenzeitlich einen ostdeutschen Pfarrer als Bundespräsidenten. Und? Was hat es uns allen genutzt? Ist irgendeine Form von Verständigung untereinander eingetreten? Nein, die Gräben wurden immer tiefer und breiter.

Und nun passieren völlig unerklärliche Dinge.

Ich erinnere mich noch ganz genau an ein Buch, welches Anfang 1990 durch den halben Osten die Runde machte. Es war endlich die lang erhoffte "Freiheit", alles lesen zu dürfen und zu können. Und es waren Dinge, die man zu DDR-Zeiten niemals in die Hände bekommen hätte. Meine ganze Familie hatte nämlich plötzlich eine Bertelsmann Buchclub Mitgliedschaft. Und im Osten wurde damals viel gelesen, schon zu DDR-Zeiten. Und endlich gab es ein schier unfassbares Angebot an allen möglichen Büchern. Reiseliteratur, Romane, Geschichten usw. Und eines dieser Bücher dürfte damals alle Grenzen gesprengt haben. "Nicht ohne meine Tochter". Es war das erste Mal, dass man ein Buch, so direkt und ohne jeden Filter, über ein fremdes Land und Volk lesen durfte. Erfahrungen die Du sicher schon gesammelt hattest, ich meine es gab ja genügend türkische Mitbürger in Deiner Heimat, wurden nun per Buch in eine zutiefst verunsicherte Gesellschaft gebracht. Auch ich habe das Buch damals gefressen. Mein Glück jedoch, ich bin kurz nach der Bundestagswahl "ausgewandert" und habe in halb Europa gelebt und damit Länder und Leute kennengelernt. Anders als jene, die aus glänzenden Reiseprospekten heraus die Welt erkundeten und sich dahin kauften, wo die Welt so war wie sie meinten, dass diese so sein könnte. Hochglanz eben, ohne zerfallene Häuser, Menschen in Armut usw.

Ich war 1992 mal ein Wochenende in Frankfurt am Main. Entsetzt fuhr ich danach weiter. Von Armut und Obdachlosigkeit hatten wir ja zu DDR-Zeiten schon gehört. Glauben konnte man das nicht wirklich, wenn ich ehrlich bin. Und dann kommt man in diese "Geldmetropole". Auch zu DDR-Zeiten war bekannt, dass Frankfurt/M im Prinzip eine Kopie der Wallstreet sein müsse. Hochhäuser so weit das Auge reicht usw. Und was sieht man, wenn man am Main entlang geht? In einer Stadt in der das Geld aus jedem Gullideckel quellen müsste? Obdachlose und völlig verwahrloste Menschen. Ganz ehrlich? Bis dahin hatte ich das für billige DDR-Propaganda gehalten. Ab diesem Zeitpunkt nicht mehr.

Ich hätte noch viele, viele Beispiele mehr, wie der Osten ausgeraubt worden ist, nicht nur wirtschaftlich. Das ist den Menschen da keineswegs entgangen und hat sich tief eingefressen. Das Problem nämlich, der Osten hat sich zwar selbst mit seinen Montagsdemos "befreit", nur leider haben andere das Zepter übernommen. Es haben Leute übernommen, die ihren Vorteil aus dieser Geschichte ziehen wollten. Kohl wollte in den Geschichtsbüchern stehen, nicht aber für die Menschen da sein!

Und dann kamen die Piraten. Eine völlig neue Partei die den "Oberen" so richtig Paroli bieten konnte. Ich erinnere an jenen legendären Schlagabtausch zwischen Christopher Lauer und Kurt Beck bei Maischberger, wo Beck einen seiner typischen Ausraster hatte.



Genau das hat dem Land gefehlt und genau das war einer der Gründe, weswegen sich 2012 so viele Bundesbürger vorstellen konnten die Piraten zu wählen! Leider haben wir genau das versaut! Man referierte lieber über "Zombiebügeleisen", was bis heute vielleicht witzig klingen mag aber kaum jemand außerhalb der Piraten verstanden hat oder machte das ganze System madig, in dem die Menschen _LEBEN_(!) und schreit lauthals "Krankes System", statt sich in wirklicher und echter Polemik zu üben. Den Stachel im Fleisch der etablierten Parteien übernahm wenig später eine A*D. Und genau diese Partei betreibt dieses Spiel, dass den Piraten einstmals Sympathien brachte. Im übrigen, ein Spiel das die Medien hervorragend mitspielten und bis heute mitspielen! Themenvielfalt und vor allem Vielfalt der Argumente, lasst Ihr alle bis heute nicht zu! Denn sogar ihr als Medienschaffende, könntet Euren Beitrag dazu leisten, Menschen Gehör zu verschaffen, die sonst eher weniger Gehör haben. Leider versteckt Ihr Euch hinter Prognosen und Umfragen, Ihr spielt demnach das Spiel der Politik mit. Denn gäbe es diese 5% Hürde in Deutschland nicht, müsstet Ihr alle wesentlich differenzierter und vielfältiger berichten als Ihr es heute tut. Allein damit macht Ihr Euch zum Handlanger der etablierten Politik, wie auch zum Sprachrohr einer A*D.

Jetzt kann man natürlich all jenen, die diese A*D wählen rechtslastiges Gedankengut vorwerfen. Und ja, insbesondere im Osten hat diese Partei ein gewaltiges Potential. Nur ihr wundert Euch immer noch, weswegen das so ist. Ihr habt bis heute nicht verstanden, wie der Osten tatsächlich tickt. Mängel, die man durchaus in der Bildung sehen kann, manifestieren sich heute, da viele Menschen eben abgehängt und nicht mitgenommen wurden. Es war keiner erpicht darauf, einen Almosen zu bekommen. Es war keiner erpicht darauf, bis an sein Lebensende auf die Hilfe anderer angewiesen zu sein. Denn das was man sich zu DDR-Zeiten aufgebaut hatte, war nicht mehr vorhanden. Vielen DDR-Bürgern war eines gemein mit denen aus dem Westen: "Man war oft tief verbunden mit seinem Betrieb". So wie die Bergbaukumpels oder Stahlarbeiter im Ruhrpott, so hielt man es auch in der DDR. Das ist nicht mit Logik zu erklären, es sind alles nur "Gefühle", die dazu beitrugen. Und diese Gefühle waren von heute auf Morgen weg. Frage doch mal die alten Stahlarbeiter in Dortmund beispielsweise, wie sie heute noch darüber denken, dass ihr Werk geschlossen wurde, später abgebaut und in China neu aufgebaut? Sie werden das Gleiche erzählen wie jene im Osten, nur mit jeweils anderen Voraussetzungen!

Und heute? Heute haben wir eine Kanzlerin, die "Wir schaffen das" als Mantra vor sich her trägt und meint, mit diesem Spruch kann man alles schaffen was man sich vornimmt. Ja, das Gleiche wurde schon mal von der Politik behauptet, als es um das Thema "Blühende Landschaften" ging. Ja ich höre schon wieder, dass man das so simpel ja nicht betrachten dürfe. Ach, tatsächlich nicht? Seit wann hat der Journalismus in Deutschland den Stein der Weisen gefunden? Und ja, genau so simpel muss man das Ganze betrachten. Denn nur so wird man die Ursachen, die zu dem ganzen Radikalismus führten, finden können und unter Umständen einen Weg, eine Lösung finden, aus diesem Dilemma heraus zu kommen. Schuldzuweisungen, so wie Du auch herausgefunden hast, helfen da wenig. Aufklärung hilft aber auch nicht, weil die glaubt keiner mehr!

Was hilft, ist der Stachel im Fleisch des Anderen. Und dazu gehört in der heutigen Zeit etwas mehr Polemik und etwas weniger Selbstbeweihräucherung!

Ich habe fertig. Ich weiß auch, ich habe nur einen Bruchteil dessen angerissen, der wichtig wäre zu erzählen.

Mittwoch, 7. März 2018

Gendern verhindert den Klimawandel?

Ausgangspunkt war dieser Tweet:



Es werden inzwischen die absurdesten Vergleiche auf den Tisch gezerrt, die unsere Netzfeministen dazu benötigen, um Ihre ganz persönliche Sicht der Dinge der eigenen kleinen Filterblase verkaufen zu können.

Auf die Frage(n) hin



wird dann mit "Derailing" bzw. "whataboutism" (Ablenkung von unliebsamer Kritik) unterstellt. Denn Fragen beantwortet diese ganz spezielle Gruppierung eben nicht so gerne. Sie unterstellen lieber, was man durchaus tun kann. Sie unterstellen "Rechtslastige Tendenzen", betreiben damit ziemlich oft "Lookism", also eine Stereotypisierung bzw. Diskriminierung (oft aufgrund des Aussehens bzw. Geschlechtes), die völlig ungerechtfertigt ist.

Jedoch ist genau das der springende Punkt, den diese Netzfeministen immer wieder selbstherrlich vergessen. Diesen "whataboutism" betreiben sie sehr gern selbst, indem sie ihre teils kruden Gedanken in die Welt hinausposaunen, jedoch sich wirklich jeder Diskussion außerhalb ihrer Filterblase verwehren. Und wie der Tweet eingangs klarstellt, wer korrekt gendert wird den Klimawandel verhindern. (Oder doch nicht?!)

Eine "Sozialhilfeempfängerin" wird sich vermutlich allein schon deshalb viel besser fühlen, dass man sie nicht mehr "Sozialhilfeempfänger" nennt. Dass sie weiterhin am Rande der Gesellschaft steht, soll sie eben vergessen, denn korrekt gegendert ist ihr Leben jetzt ganz sicher um ein Vielfaches besser.

Ach?

Diese Netzfeministen vergessen immer wieder etwas sehr Wesentliches: "Sie sind nicht allein auf diesem Planeten!". Menschen werden erst dann "frei" sein, wenn sie abseits aller sozialen Zwänge ein selbstbestimmtes Leben führen können. Dazu gehören eben auch das Dach über dem Kopf, für sich und die Kinder, das Essen auf dem Tisch und ein im Prinzip "sorgenfreies Leben". Es ist schlicht falsch anzunehmen, dass das Gendern genau so wichtig ist wie die allgemeinen Lebensumstände. Gendern ist wichtig, zumeist aber nur dann wenn diese Netzfeministen weder Familie noch Kinder haben.

Denn spätestens mit einer Familie und eigenen Kindern werden die meisten entsetzt feststellen, dass Gendern nicht satt macht!

Also gibt es doch den "Zwang" Dingen eine Wertigkeit zu verpassen? Welche Dinge müssen zuerst passieren, damit sich das andere erreichen lässt? Eine geschlechtsneutrale Sprache, sie ist ganz sicher ein riesiger Schritt, eine "Gerechtigkeit" von Hause aus in diese Gesellschaft zu bringen. Aber ist das tatsächlich der erste Schritt? Gibt es nicht viele Schritte zuvor, die erst mal erledigt sein müssen, damit das andere erreicht werden kann? Nur weil ich dem Thema "Gendern" durchaus eine relevante Bedeutung gebe, muss das beim Rest der Gesellschaft nicht ebenso sein! Gesellschaftliche Entwicklungen verlaufen anders, langsamer! Diese Netzfeministen versuchen aber mit dem Holzhammer und vielen anderen völlig ungeeigneten Mitteln, ihre Sicht der Dinge als große schwarze Mütze einer ganzen Gesellschaft überzustülpen. Dass das nicht geht, verstehen sie nicht. Sie lassen sich dann lieber dazu hinreißen all jenen die damit ein Problem haben, eine gewisse "Rechtslastigkeit" zu unterstellen. Denn alles, was diese Netzfeminismus-Propaganda nicht in absoluter Ergebenheit unterstützt, ist ein Feind und gehört mit Stumpf und Stiel ausgerottet!

Das kann man so machen, aber dann seid ihr lediglich nur dreist. Denn ein Beispiel ganz anderer Art hat diese Grazie geliefert:



Alles was nicht "Ihrer" Meinung ist, darf dann doch am besten mit Berufsverboten überzogen werden. Eine Frau Domscheit-Berg, selbsternannte "Netzaktivistin" und ganz natürlich (vermutlich auch von Geburt an) Netzfeministin, die sich sogar noch nach dem Scheitern der DDR - und damit ihrer eigenen Vergangenheit - in einer Art rühmt, DDR-Opposition gewesen zu sein. Dabei ist sie selbst ein hervorragendes Beispiel dafür, was man früher als Wendehals bezeichnete. Ihre eigene Vita ist durchzogen von Opportunismus der ganz besonderen Art. Sie war nie mit dem Herzen dabei, aber immer genau dort, wo sie am meisten Beachtung und Beifall fand.

Frau Domscheit-Berg hat demnach völlig ihre eigene Vergangenheit vergessen, in der jeder verunglimpft und verfolgt wurde, der eine andere Meinung besaß als jene, die von den Staatsoberen beschlossene Doktrin beinhaltete.

Wer Menschen aufgrund ihrer Haltung verunglimpft, wer Menschen, weil sie vielleicht Fragen stellen, die durchaus polemischer Natur sein können, mit voller Absicht unterstellt, rassistisch zu handeln und zu denken, der möchte lediglich von seiner eigenen gelebten Ausgrenzung ablenken. All diese Netzfeministen eint in der Tat eine einzige Sache: Sie wollen ihre eigenen Unzulänglichkeiten nicht als Fragen an sie selbst gerichtet beantworten, sie wollen mit allen ihnen zur Verfügung stehenden Mitteln eine Deutungshoheit gewinnen, die ihnen schlicht nicht zusteht.

Ihr nutzt wichtige Kampagnen wie #metoo rücksichtslos für eure eigenen Zwecke und meint damit eigentlich nur euren #aufschrei, den ihr fälschlicherweise dahinter zu relativieren versucht. Statt Auswege aus diversen durchaus verfahrenen Situationen zu suchen, stilisiert ihr euch als Opfer, um Aufmerksamkeit zu erheischen und relativiert damit das Problem. Es geht euch weniger um die Probleme an sich, sondern darum, wie ihr möglichst viel persönliche Beachtung daraus ziehen könnt. Ein parasitärer Umgang mit echten Problemen und Nöten anderer.

Ihr verwechselt Demokratie mit Demagogie. Meinungsfreiheit ist für euch nur eine Phrase, die schlußendlich unter Kampagnen wie "Wehr Dich" oder "Hatespeech" zermalmt werden soll. Gesellschaftliche Umbrüche, Kritiken und Veränderungen sind euch höchst suspekt und sollen am besten mit aller Macht erstickt werden. Ihr wollt Veränderungen? Ja natürlich, aber nur so lange wie sie euch in den Kram passt. Europa "Grenzenlos"? Ja natürlich, aber wehe diese Grenzen fallen dann bei jenen Familien unter den Tisch, die ihr Leben am liebsten mit Kopftüchern und anderem verdecken, um nur ja niemals einen Blick hinter Frauenverachtende Kulissen werfen zu können! Das passt dann eben genau nicht in euer verwackeltes Weltbild, es kann ja nicht sein was nicht sen darf.

Ihr fordert zum Beispiel eigene "Schutzräume", vermutlich weil diese euch als einziges einen Schutz vor der Meinung anderer bieten. An anderer Stelle sollen es dann aber doch Unisextoiletten sein. Wer hier eine Diskrepanz erkennt wird dann eben schlicht als "Hater" deklariert. Weil es so einfach ist. Deswegen seid Ihr sicher auch still, wenn Frauen das Recht auf ein selbstbestimmtes Leben fordern. Hier spielt der Kulturkreis dann doch eine wesentliche Rolle in eurer sogenannten "Berichterstattung", denn sie findet dann zumeist nicht statt. Ihr habt diesen stetig gelebten Rassismus gegen Frauen niemals erlebt! Ein Kopftuch ist für Euch lediglich ein Bekleidungsstück, das ihr wahlweise bei Primark oder KiK einkaufen könnt. Euch ist egal, unter welchen Voraussetzungen ihr euer spießiges Leben führen könnt, denn andere haben euch das ermöglicht und tun das bis heute!

Euer Opportunismus ist nichts weiter als eine stetige Stigmatisierung ganzer Gruppen, eine Etikettierung, eine Gleichmacherei, die schon im Sozialismus nicht funktioniert hat! Uniformität wird niemals eine Gesellschaft dazu bringen, besser werden zu wollen. Uniformität führt zu Rassismus, führt zu Ablehnung, führt zu stereotyper Betrachtung, die nichts weiter an Fortschritt bringt, als sich einigen wenigen zu unterwerfen. Eure angestrebte Uniformität ist nichts weiter als der Versuch, eine Diktatur zu errichten, in der Menschen die anders denken, fühlen und deswegen anders handeln, zu verunglimpfen und damit als "unwertes" Leben einstufen. Denn nichts anderes ist eurer Verhalten!

Geht weg! Weit! Mit einer Ausnahme, ihr fangt an euch endlich auf einen Diskurs einzulassen! Wer wirklich etwas verändern will, der steckt bisweilen auch mal zurück. Wer wirklich etwas verändern will, der versucht Dinge nicht mit der Brechstange zu verändern. Wer wirklich etwas verändern möchte, der lässt sich auf einen Diskurs ein. Die Abwehr aller Gegenargumente jedoch mit euren stereotypen Aussagen und diesem "Neu-Denglisch" als Ausdruck einer vermeintlich sprachlichen wie gedanklichen Überlegenheit gegenüber anderen, ist nichts weiter als der Versuch, aus der eigenen Tristesse auszubrechen. Ihr lastet eurer Versagen und den Verlust der Deutungshoheit über euer eigenes Leben anderen an, deshalb kehrt endlich vor der eigenen Türe!

Das Abschlussstatment überlasse ich mal dem da:

Freitag, 10. November 2017

Doppelt gemoppelt?

Anträge auf: "Immer währende Selbstbeschäftigung"

Heutzutage braucht es eben genau zwei Anträge mit genau derselben Zielrichtung, nur eben unterschiedlich formuliert. Während der eine Antrag als reines Ablenkungsmanöver initiiert wird, geht ein anderer Antrag gänzlich unter.

Die Wellen und die Unsinnigkeit um den Antrag X002.0, welcher als sonstiger Antrag mit der Überschrift "Positionierung gegen Rechts" bezeichnet ist, wird an dieser Stelle sehr ausführlich beschrieben. Ich möchte dem nur noch eines hinzufügen, weil das den gesamten Umfang und die eigentliche Stoßrichtung eindeutig dokumentiert.

B) Der Landesparteitag fordert den Landesvorstand dazu auf, den hier beschlossenen Unvereinbarkeitserklärungen auch auf Ebene der Bundespartei Geltung zu verschaffen. Dies kann beispielsweise durch Erarbeiten von Anträgen an den Bundesparteitag geschehen.

Der Landesparteitag - so als oberstes Gremium der Piraten NRW - fordert den Landesvorstand auf, diese Unvereinbarkeitserklärung auf Bundesebene durchzusetzen. Damit würde der weiteren Selbstbeschäftigung Tür und Tor geöffnet werden. Denn würde dieser Antrag in NRW angenommen, müsste sich jeder Landesvorstand mit derselben Thematik herumschlagen, weil dieser Antrag im Bund so niemals bestätigt werden wird.

Diese Handlungsweise ist mal wieder beispielgebend dafür, wie man dieser Partei weiterhin Schaden zufügen möchte. Eine kleine Gruppe versucht, mit allen möglichen Spielchen eine konstruktive Arbeit der gesamten Partei zu verhindern. Inzwischen betrachte ich derartige Anträge als parteischädigend, weil sie die ständige Selbstbeschäftigung regelrecht ins Programm schreiben wollen.


Mein Fokus liegt aber eher auf Antrag GP002.0, der als Präambel im Grundsatzprogramm (welchem eigentlich?) der Piratenpartei NRW verankert werden soll. Denn auch hier ist die Zielsetzung eine ähnliche. Während X002.0 lediglich die Nebelkerze ist, über die sich jeder aufregen und damit von diesem Antrag ablenken soll, ist der Antrag GP002.0 ein Wolf im Schafpelz. Man möchte §1, Abs. 1 der Bundessatzung aushebeln, die gültig wird durch §3 der Satzung der Piraten in NRW. Langfristig betrachtet wäre das ein weiteres Einfallstor für jene, diese Präambel je nach Belieben immer weiter verändern zu wollen, bis die Aussage des Antrags X002.0 erreicht ist.

Bundessatzung schlägt Landessatzung. Da wir wissen, dass jenen, die den Antrag gestellt haben, dieser Wortlaut in der Landessatzung nicht ausreichen wird, ist die Selbstbeschäftigung somit vorprogrammiert.

Spannend und so genial versteckt ist sogar ein Fehler im Antrag. Denn der Satz:

"Die bisher vielfach bemühte Extremismustheorie, auch Hufeisentheorie genannt, greift viel zu kurz, [ ... ]"

widerspricht im vollen Umfang der Aussage, die man mit Antrag X002.0 machen möchte. Denn dort steht:

"II) Die Extremismustheorie (Hufeisentheorie) wird abgelehnt, [ ... ]"

Im Prinzip müsste man sich nun fragen - "Ja, was denn nun? Ablehnen oder greift zu kurz?". Ich halte das inzwischen für einen absichtlich eingebauten Fehler, damit man sich zum nächsten Parteitag wieder damit herumschlagen darf, das Thema wieder auf die Tagesordnung kommt und unter Umständen, weil man ja etwas wesentliches vergessen hätte, entsprechend ergänzt werden muss.


Allein wegen dieses handwerklichen Fehlers, wäre GP002.0 abzulehnen. Aber beide Anträge sind im vollen Umfang abzulehnen.

Merke: Wem natürlich nach Doktrin und Dogma zumute ist, der wird in der Bundessatzung nicht fündig werden. Aber deswegen muss das auch nicht in die Landessatzung geschrieben werden.

Zusatz

Interessant sind diesbezüglich dann doch noch einige Aussagen, die ich euch nicht vorenthalten möchte. Aussagen wie "Im Dezember wird sich alles entscheiden", "Final Battle" oder "Finale Staffel". Man geizt auch nicht mit den üblichen Aussagen wie "AntiFa steht nicht in der Bundessatzung". Auch hier wird, wie üblich, mit der Abkürzung "AntiFa" hantiert, die wesentlich mehrdeutiger ist als eine eindeutige "antifaschistische" Aussage. Man windet sich nach Kräften genau diese eine allgemeingültige Aussage zu tätigen. Dabei steht genau dieser Satz im Grundsatz der Piratenpartei:

Totalitäre, diktatorische und faschistische Bestrebungen jeder Art lehnt die Piratenpartei Deutschland entschieden ab.

Das Problem ist hier in der Tat nicht die Einstellung der Piratenpartei, die sich ganz klar und eindeutig(!) positioniert hat. Das Problem sind jene, die ihren eigenen Standort plötzlich nach Links außen verschoben haben und von nun an alles und jeden rechts von sich stehen sehen. Die Worte "Finde den Fehler" und "Das kann man machen", beschreiben da nur Ansatzweise, was mir dazu alles einfiele. Man möchte die Deutungshoheit mit allen zur Verfügung stehenden Mitteln erlangen, ohne Rücksicht auf Verluste. Wenn das mal kein totalitäres und diktatorisches Verhalten ist, dann weiß ich es auch nicht.

Ich hege ja immer noch die Hoffnung auf Einsicht der Antragsteller. Die Chancen dafür sehe ich nur leider immer mehr schwinden. Denn Aussagen und Handlungen der Protagonisten sind nicht kongruent, sie widersprechen sich. Und das leider immer häufiger.

Samstag, 14. Oktober 2017

Grundsatzfragen ein für alle Mal klären

Ja es gibt Fragen die ein für alle Mal zu klären sind. Der Großteil dieser Fragen ist es aber nicht. Denn insbesondere die Antragsbegründung liefert dann deutliche Hinweise, weswegen der Antrag in der Form abzulehnen ist.

Frage 1 beschäftigt sich mit der Thematik ob wir verwaltende oder politische Vorstände haben wollen. Wer diese Frage stellt, knüpft an ein "weiter so" an, welches sich mit den Wahlslogans der vergangenen Jahre deckt: "Themen statt Köpfe".

Vorstände von Parteien werden gesellschaftlich als politisch empfunden. Das beweist sich immer wieder, da Vertreter der schreibenden Zunft den jeweiligen Chef sprechen wollen, nicht ein Mitglied einer Partei.

Frage 2 wirft das Thema "Delegierte" auf. Auch diese Diskussion ist im im Grunde verfrüht, weil alle Alternativen bisher im Bund noch gar nicht vorgekommen sind. Unser "Problem" ist nämlich, dass Bundesparteitage eben nicht nur reine Parteitage sind. Ich umschreibe unsere Parteitage in gewisser Weise immer als "Chattertreffen", wo sich die Leute endlich persönlich statt über ihre Computer austauschen können. Wer den Bundesparteitagen wirklich Delegierte verpassen möchte, wird das Gegenteil von Ruhe erhalten. Denn die Komponente "socializing" ist eine sehr wichtige für diese Partei.

Zu Frage 3 kann ich nun nur sagen - inzwischen sollte jedem klar geworden sein, dass es ohne diese Abgaben nicht geht. Swanhild hatte 2012 in Bochum, wenn ich nicht irre, den Antrag schon mal gestellt. Leider wurde er abgelehnt, weil unsere damaligen Landtagsabgeordneten massiv Stimmung dagegen gemacht haben.

Frage 4 ist tatsächlich ein Gedanke, den ich so sogar unterschreiben würde. Leider geht der aber auch am Thema vorbei. Denn mit den AGs müsste das ganze Gebiet rund um die Themenbeauftragten neu geregelt werden. Da traut man sich offenbar aber nicht heran. Die AGs sollten die Themenbeauftragten nämlich selbst wählen dürfen. Denn wenn ein Vorstand weiterhin darüber entscheidet wer dafür zuständig ist, dann passiert eben genau das, was es bisher gab - Filz - weil nur jene Leute in Betracht gezogen werden, die dem Vorstand genehm sind.

Frage 5 ist - man möge mir das verzeihen - lächerlich. Ich mag diese spontan Kandidaturen auch nicht. Das, was aber in NRW getestet wurde, eine "Kandidatenfindungskommision", nein Danke, die brauchen wir auch nicht. Meiner Meinung nach genügt es, wenn wir in die Satzung schreiben, dass nur Kandidaten berücksichtigt werden, die sich bis 7 Tage vor einem Wahlparteitag im Wiki vorgestellt haben. Fertig.

Frage 6 ist dann aber so diffus gestellt, dass bei mir alle Alarmglocken anfangen zu läuten. Die Qualität von Anträgen möchte man verbessern. Wenn Anträge zu Wahlprogrammen z.B. nur aus unseren AGs kommen dürften, wäre das schon mal ein Anfang. Aber wer entscheidet was ein guter oder schlechter Antrag ist? Ein gewähltes Gremium oder doch eher eine Gruppe von Menschen, die sich zusammen findet um darüber zu entscheiden? Oder soll diese Gruppe vom Vorstand, je nach politischer Gemengelage eingesetzt werden? An der Stelle sehe ich unsere Neutralität flöten gehen.

Die Antragsbegründung möchte dann eine Debatte, die möglichst dezentral geführt wird. Spätestens ab hier muss ich sagen - Finde den Fehler -
Die Machtkämpfchen um Pöstchen oder Deutungshoheit sollen lediglich verlagert werden, dahin, wo man sie nicht sieht. Und damit räumt man den großen LVs - denn aus einem dieser stammt der Antrag schließlich - eine wesentlich bessere Ausgangsposition ein als sie verdienen.

Und ein Punkt in der Begründung scheint dann offenbar komplett untergegangen zu sein, denn gefragt wurde genau danach nämlich nicht. Zitat: "Entsprechende Maßnahmen oder Anträge könnten sein: der Beschluss einer Richtlinie für das Verhalten in den sozialen Medien und Etablierung eines Prozesses zur Sanktionierung bei Verstoß"

Um was geht es hier genau? NetzDG ala Piratenpartei?

Aufpassen Freunde, die Stoßrichtung ist zu beachten, nicht die Worte!

Nachtrag: Insbesondere die Mandatsträgerabgaben verstoßen gegen geltendes Recht. Hier wäre endlich mal angebracht eine Debatte über die Parteienfinanzierung anzustoßen. Es gäbe noch mehr Punkte, die geklärt werden müssten, der Blogpost jedoch sollte sich zuerst nur um den Antrag kümmern.

Montag, 25. September 2017

Alles auf Start oder Aus

Das Wahlergebnis ist so, wie ich es im Prinzip erwartet habe, aber im Traum nicht daran gedacht habe, es tatsächlich so zu erhalten. Die Hoffnung stirbt eben immer zuletzt. Sie ist gestorben, zumindest was das Wahlergebnis betrifft.

Wir können nun natürlich lange Wunden lecken und uns einreden - wir sind nicht schuld - denn, wenn ich mir das Ergebnis für "Sonstige Parteien" ansehe im Vergleich zu 2013, hier fehlen mehr als 50% der Stimmen für die Kleinparteien. Das macht sich nun natürlich auch für uns bemerkbar.

Die Situation wird dadurch nun nicht besser für uns. Die Piraten sind aus der Parteienfinanzierung geflogen und wir müssen - wohl oder übel - mit dem auskommen, was wir haben. Wir müssen sparen. Ende der Bestandsaufnahme.


Wie also weiter?

Wir müssen aus dem Trott heraus, uns jedes Jahr über neue Vorstände definieren zu wollen. Dass das nicht klappt, dürfte inzwischen auch dem Letzten aufgefallen sein. Wir können es uns jetzt tatsächlich zum ersten Mal wirklich leisten, einen rein verwaltenden Vorstand zu wählen. Wir müssen nichts repräsentieren, wir müssen zuerst unsere Hausaufgaben machen. Das bedeutet, wir können unsere Vorstände zum einen auf ein Mindestmaß reduzieren, zum anderen für einen längeren Zeitraum wählen. Wir brauchen die Vorstände, weil es das Gesetz so vorschreibt. Das Gesetz schreibt uns aber nicht vor wie wir uns organisieren.

Die Landesverbände müssen in den kommenden Jahren viel, viel enger zusammenarbeiten. Es ist mehr als dringend nötig, den gesamten Wasserkopf vollständig zu zerschlagen und neu zu organisieren. Auf Landes- wie auf Bundesebene. Allein das wird dazu führen, dass wir weiterhin aktive Personen verlieren werden. Wer jedoch auf Egozentriker immer noch Wert legt, denn es werden genau jene gehen die meinen, sie seien etwas "Besonderes", die im Prinzip aus Frust gehen, weil sie nicht das Förmchen bekommen welches sie gern haben wollen, der legt Wert auf Strukturen, die die Piraten immer mehr ins Abseits gestellt haben. Das einzige, was in der Vergangenheit immer wieder passiert ist - der Wasserkopf wurde größer.

Ich starte deswegen mal die Diskussion

1. Verlängerung der Wahl des BuVo auf zwei Jahre
2. Minimierung des Vorstandes auf ein absolut mögliches Minimum
3. für die kommenden 2 Jahre rein verwaltende Vorstände, keine Außenkommunikation
4. BuVo-Sprechstunden und BuVo-Sitzungen auf ein Minimum reduzieren
5. "kleines" Berichtswesen über die Kommunikation von Entscheidungen

* Weiterhin muss im Moment vieles einfach zentralisiert werden. Aus meiner Sicht müssen sich alle Landesverbände und der Bund zusammensetzen und die gesamte IT-Infrastruktur vereinheitlichen. Auf zwei Standorte verteilt, damit eine minimale Lastverteilung und Ausfallsicherheit gegeben ist.

* Im Weiteren müssen wir die komplette Infrastruktur dieser ganzen verschiedenen Webdomains löschen. Es mag zwar nett sein - jeder seine eigene Webdomain - aber wir können das auch anders. ort.piratenpartei.de oder eben fraktionX.piratenpartei.de. Kleinvieh mach auch Mist. Und wenn wir hier allein im gesamten Bundesgebiet nur einige tausend Euro einsparen, wir gewinnen viel. Zuerst sind Parteitage im Bund finanziert und im Zweiten kann uns dann wirklich jeder finden - einfach nämlich durch Eintippen des Ortes ...

* Die Verwaltung muss weg von Sage. Das System kostet zu viel und entspricht im Prinzip nicht unseren Anforderungen, hat es auch nie.

* Wir brauchen endlich eine Online-Beteiligung. Die FDP hat es vorgemacht wie man sich einen Account anlegen kann, ohne dass er zurückverfolgbar ist! (Rubbellose)

* Reset des Wahlprogramms - mithilfe einer Online-Beteiligung - nur so funktioniert das noch!
* Wahlprogramm muss auf ein Mindestmaß an Informationen reduziert werden. Auch im Hinblick auf alle anderen Organisationen.

* Entschlacken der Satzung
* Weg mit den Themenbeauftragten
* Auflösung der Öffentlichkeitsarbeit, wir müssen zuerst nach innen kommunizieren und mit unseren eigenen Problemen fertig werden, ehe wir uns wieder dem Leid der ganzen Welt widmen können.
* Wer Wahlkampf machen will, kann das gerne tun, allerdings ohne den Bund. Wir brauchen nicht anzutreten, nirgends. Das heißt hier insbesondere, erster möglicher Termin wieder an einer Wahl teilnehmen zu wollen sollte die Europa-Wahl sein - eher nicht! Denn wir haben uns nicht sortiert und haben auch nicht die Möglichkeiten, diese Partei wieder in die Spur zu bringen und gleichzeitig irgendeinen Wahlkampf zu bestreiten. Die Ressourcen, die dabei drauf gehen würden, müssen wir effizienter und sinnvoller einsetzen!

* Reden, reden, reden - soll heißen, wir müssen an den "Verhandlungstisch" mit all den Organisationen und Clübchen zurück, die da irgendetwas mit Netzpolitik zu tun haben. Das bedeutet, kleine Brötchen zu backen und Kompromisse zu SUCHEN! Wir müssen auch erklären, weswegen wir eben mehr machen wollen, als uns nur um "Klientelpolitik" zu kümmern. Das Verständnis müssen wir erreichen, sonst zerbricht alles. Und das muss auch Netzpolitik und all den anderen klar werden. (Siehe Kristos Blogpost)

Was wir aber in der Zeit tatsächlich brauchen - ein Gesicht, das uns im "Notfall" auch nach außen hin vertreten kann. Anja hat hier Hervorragendes geleistet! Ich könnte mir hier durchaus vorstellen, nur sie, wenn wir doch mal gefragt werden, genau sie dahin zu entsenden.

Themen statt Köpfe - Leben wir unsere Forderungen und Wahlslogans doch einfach zuerst einmal selbst vor und zeigen es dem Rest, dass wir es ernst meinen.

Erst wenn wir diese Hausaufgaben erledigt haben - ALLE - erst dann brauchen wir wieder an die Öffentlichkeit zu gehen. Erst dann brauchen wir wieder zu Wahlen anzutreten. Ein Ziel könnte die Europawahl 2019 sein. Aber bis dahin müssen wir das nutzen was wir haben. Uns nutzen keine Hirngespinste, wie eine vermutlich zu erreichende Parteienfinanzierung in irgend einem Bundesland, denn wir werden sie nicht mehr bekommen. Seien wir doch endlich ehrlich zu uns selbst und lassen uns lieber von CDU, SPD bis Grüne in die Taschen lügen, wir müssen das nicht auch noch selber tun. Ich bitte euch darum. Fangen wir bitte bei Null an, sonst verzetteln wir uns nur wieder. So hart das auch für einige sein mag. Diese bittere Pille müssen wir endlich schlucken. Auch ich.

Hinweis: Es soll als Diskussionsgrundlage dienen! Und denkt bitte endlich mal quer. Nichts von dem ist in Stein gemeißelt. Seid doch bitte endlich mal kreativ!

Und falls euch nur 5% an der Diskussionsgrundlage stören - dann schluckt es runter und diskutiert den Rest! Es kann doch nicht sein, dass immer wieder wegen solchen Unvermögens alles andere den Bach heruntergeht und ignoriert wird! "Der will mir meine Förmchen klauen!" Nein, genau so geht es eben nicht! Dann zieht in Regensburg den Stecker, wenn euch 5%, die euch nicht gefallen, wichtiger sind als der Rest.